Kirchensteuer zahlt nur jeder Dritte

Von: Robert Esser
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Aachen. Nur jeder Dritte der 1,1 Millionen Katholiken im Bistum Aachen zahlt Kirchensteuer. Dies hat Professor Heinrich Köhne, Mitglied des Kirchensteuerrates, jetzt bei der Präsentation der bischöflichen Dankesaktion vorgerechnet.

Die Diözese lässt sich diese Aktion mindestens 384 000 Euro kosten. „Wenn man bedenkt, dass wir damit umgerechnet knapp 35 Cent pro Katholik ausgeben, dürfte sich das Projekt durchaus lohnen”, erklärte dazu Generalvikar Manfred von Holtum. „Dieser wichtige Dank ist uns das Geld wert”, sagte er in Vertretung des Bischofs. Mussinghoff kehrt erst am heutigen Freitag von einer Konferenz aus Israel zurück.

181 Millionen Euro

Vergangenes Jahr erhielt das Bistum 181 Millionen Euro an Kirchensteuern. Weitere 5,4 Millionen Euro berechnen die Landesfinanzbehörden für die Erhebung. Da aber nicht alle Katholiken einkommenssteuerpflichtig sind, entfällt die Abgabe in zwei von drei Fällen. Dies gilt unter anderem für Kinder, ledige Auszubildende (unter 900 Euro brutto) und andere Geringverdiener.

Mit dem Brief Mussinghoffs - ­inklusive entsprechender Broschüren ­- werden die Katholiken über die Aufteilung der Kirchensteuer informiert. Der größte Anteil - 82,8 Millionen Euro - geht trotz des rigiden Sparkurses an die Kirchengemeinden. Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und das Katechetische Institut erhalten 25,3 Millionen Euro. 20,7 Millionen Euro fließen in Seelsorge und Beratung, 13,3 Millionen Euro kostet die Bistumsverwaltung. Weitere Posten sind „überdiözesane und weltkirchliche Aufgaben” mit 9,8 Millionen sowie Ausgaben für Jugendarbeit und Verbände in Höhe von 6,5 Millionen Euro.

Generalvikar von Holtum betont, dass das Bistum Aachen mit dem Dankesbrief des Bischofs den Dialog mit den Katholiken auf ganz neuen Wegen sucht. „Wir würden uns freuen, wenn sie die Möglichkeit per Telefon oder Brief beziehungsweise E-Mail nutzen und mit uns in Kontakt treten”, sagte er. Ab dem heutigen Freitag, 18. März, veröffentlicht das Bistum Fragen, Fakten und Antworten zum Thema Kirchensteuer auf einer neuen Internetseite unter http://www.kirchensteuer-aachen.de. Außerdem gibt es bis zum 25. März eine Service-Hotline, unter der täglich von 9 bis 20 Uhr rund 30 eigens geschulte Mitarbeiter des Generalvikariats Fragen zum Thema beantworten.

Persönlich werden Generalvikar Manfred von Holtum, Finanzdirektor Joachim Eich und der Hauptabteilungsleiter Pastoral, Schule, Bildung, Rolf-Peter Cremer, heute von 15 bis 17 Uhr in der Redaktion unserer Zeitung für Leserfragen zur Verfügung stehen.

Der Aachener Regionaldekan Josef Voß begrüßte die Dankes- und Image-Kampagne ausdrücklich: „Es ist immer gut, wenn der Bischof den direkten Kontakt zu den Gläubigen sucht. Dass ein Ortsbischof das so macht, ist nicht selbstverständlich”, betonte er. Ohne Kirchensteuern seien die meisten Vorhaben und Leistungen des Bistums Aachen - darunter auch viele Arbeitslosenprojekte - nicht realisierbar.

Freiwillige Abgaben an die Kirchen - etwa nach dem Vorbild der USA - könnten die Kirchensteuer in Deutschland kaum ersetzen, sagte Professor Köhne. „Das deutsche System der Kirchensteuer ermöglicht eine Planungssicherheit, die es in anderen Ländern so nicht gibt”, erklärte er ­ - auch wenn nur 33 Prozent der Katholiken zahlen.
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