Kirchenbrand: Zeuge aufgetaucht

Von: Robert Esser
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Trotz Versicherung auf Spenden angewiesen: Um den vom Brand stark beschädigten Innenraum der Citykirche St. Nikolaus wieder einrichten zu können, bittet Pastoralreferent Dieter Spoo um finanzielle Hilfe. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Polizei hat - buchstäblich - eine heiße Spur. Die Silvesterrakete, die in der Neujahrsnacht die Citykirche St. Nikolaus in Brand setzte und dabei wohl einen Millionenschaden verursachte, soll von einer Gruppe Jugendlicher Richtung Chorfenster geschossen worden sein.

Ein Zeuge hat sich bei den Brandermittlern gemeldet. Jetzt werden nähere Angaben zu Aussehen, Kleidung etc. der Täter gesucht. Hinweise erbittet die Kripo unter 9577-31101 oder 9577-34210.

Unterdessen gab es drei Tage nach der Feuersbrunst weitere „gute Nachrichten” für die katholischen und evangelischen Christen, die die Citykirche seit 2002 gemeinsam beleben. „Der Restaurator vom Amt für Denkmalpflege hält eine Restaurierung des Barockaltars aus dem Jahr 1630 für möglich”, erklärte Bistumssprecher Franz Kretschmann. „Es wird aber in jedem Fall ein anderer Altar werden, da die drei Altarbilder des Rubensschülers Robert von Depenbeeck vollständig verbrannt sind.” Eine erste Entwarnung gaben auch die Bistums-Architekten Noemi Welter und Hans-Jürgen Röls: Für den Altarraum besteht keine Einsturzgefahr.

Trotzdem kann die Höhe des Schadens noch nicht genau beziffert werden. Das Feuer hat sechs hohe Chorfenster zerstört und durch seine Hitze die Stahlstreben im Tuffstein verbogen. „Das dürfte erheblichen Sanierungsaufwand verursachen”, sagte Pastoralreferent Dieter Spoo. Die Brandschäden am Gebäude trägt laut Spoo eine Versicherung - dass diese aber auch für eine kunstvolle Bleiverglasung und sämtliche verbrannten Einrichtungsgegenstände aufkommt, sei mehr als fraglich. Spoo bittet deswegen um Spenden für den Wiederaufbau.

Das Konzert des Heinrich-Schütz-Chores mit weihnachtlicher A-Capella-Musik am Donnerstag, 6. Januar, 20 Uhr, wurde indes in die Kirche St. Foillan verlegt. Alle Einnahmen fließen in die Sanierung der Citykirche. Wann dort wieder Veranstaltungen stattfinden können, ist völlig offen. Zunächst soll eine Holzwand eingezogen werden, um den vom Brand zerstörten Chorraum vom Mittelschiff zu trennen. Schon in den nächsten Tagen will man ein Außengerüst installieren, um die Fenster abzudichten.

Seit Montag inspizieren die Brandermittler der Kripo das Schadensbild in der Kirche, um den Ablauf der Brandnacht genau zu rekonstruieren - und weitere heiße Spuren zu finden.

Spendenkonten sind bereits eingerichtet

Unter dem Stichwort „Brand” kann man der Citykirche finanzielle Unterstützung zukommen lassen. Denn nicht alles, was in der Silvesternacht ein Raub der Flammen wurde, ist von der Versicherung gedeckt - wie etwa die filigrane Bleiverglasung aus dem 19. Jahrhundert und Einrichtungsgegenstände wie Kerzenleuchter.

Spenden werden erbeten auf das Konto 1013260016 bei der Pax Bank (BLZ 37060193) oder das Konto 47635511 bei der Sparkasse Aachen (39050000).

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