Aachen - Kirchen-Forum unserer Zeitung feiert Premiere

Kirchen-Forum unserer Zeitung feiert Premiere

Von: Sarah Sillius
Letzte Aktualisierung:
Keine Scheu, viel auf dem Herz
Keine Scheu, viel auf dem Herzen: Die Leser unserer Zeitung nutzten zahlreich die Gelegenheit, ihre Fragen an die Vertreter des Bistums zu stellen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Nur jeder Dritte zahlt Kirchensteuern, im Jahr 2022 wird es voraussichtlich nur noch 106 Priester im Bistum Aachen geben. Keine guten Aussichten für die Kirche. Höchste Zeit, in den Dialog einzutreten.

Eine Plattform für die Kritik, Sorgen und Ängste der Leser bot unsere Zeitung mit ihrem ersten Kirchen-Forum. Vertreter des Bistums, unter ihnen Generalvikar Manfred von Holtum, stellten sich den knallharten Fragen der rund 100 Gäste.

Im Zentrum der emotionalen Diskussion, die von unserem Chefredakteur Bernd Mathieu und unserem Redakteur Robert Esser moderiert wurde, stand die Dankbrief-Aktion des Bischofs. Hätte das sein müssen? Sind diese Ausgaben mit Blick auf den harten Sparkurs des Bistums angebracht? Das fragten viele Zuschauer. Die Zusammenlegung der Pfarreien und die Zentralisierung der Pfarrverwaltungen wurden angeprangert. Eine Maßnahme, unter der vor allem die Ehrenamtlichen zu leiden hätten.

„Wir verstehen die Aktion als Einstieg in den Dialog mit den katholischen Christen in unserem Bistum”, erklärte von Holtum. „Wenn ich die Leute erreichen will, muss ich auch das Porto dafür zahlen”, sagte Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter Pastoral, Schule und Bildung im Bischöflichen Generalvikariat. 1600 Antworten habe das Bistum bisher auf den Brief erhalten. Für den Großteil der Zuschauer keine überzeugende Resonanz. Viele empfanden die Aktion als Flop - und im Zusammenhang mit dem harten Sparkurs des Bistums als unangebracht. Pfarren mussten in den vergangenen Jahren zwangsfusionieren, Pfarrverwaltungen wurden zentralisiert.

Auch der Zölibat wurde mit Blick auf den Priestermangel in Frage gestellt. „Das ist nicht meine Kirche, das ist nicht die Kirche, die wir brauchen”, lautete die wohl kritischste Stimme des Abends. Die pikantesten Fragen: Wer zahlt die Alimente für die Kinder von Priestern? Wer die finanziellen Entschädigungen für die Missbrauchsopfer? Zumindest in dem Punkt konnte Manfred von Holtum die Kirchensteuerzahler beruhigen. „Das zahlen die Priester selbst.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert