Kirchen-Finanzskandal: Schneider kündigt stärkere Kontrollen an

Von: dpa
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Köln. Nach Bekanntwerden des millionenschweren Finanzskandals der Evangelischen Kirche im Rheinland hat ihr Präses Nikolaus Schneider stärkere Kontrollen angekündigt.

„Wir werden nach dem berühmten Satz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser” ein Kontrollsystem einführen, so dass also solche Dinge in Zukunft nicht mehr möglich sein werden - alleine durch die Systematik der Überwachung”, sagte Schneider im Deutschlandfunk. Die Kirchenleitung werde nun aktiv die Beteiligungen der Evangelischen Kirche im Rheinland überprüfen.

Eine zweifelhafte Kapitalanlage hatte die kircheneigene Firma bbz Beihilfe- und Bezügezentrum GmbH in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) in Schieflage gebracht. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittelt unter anderem wegen Betrugs- und Untreueverdachts gegen neun Beschuldigte. Die rheinische Landeskirche hat nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro zur Rettung des Unternehmens eingesetzt.

„Offensichtlich ist es so, dass wirklich ein massives kriminelles Vorgehen auf diese Firma gerichtet war, und ihr wurde ein bestimmter Betrag vermutlich schlicht und ergreifend geklaut durch Manipulation”, sagte Schneider, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. „Allerdings gibts auch offensichtliche Schwächen in der Aufsicht. Und dieses Zusammenspiel - das ist wirklich ausgesprochen bitter für uns.”

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