Kinofilm „Smaragdgrün“: Gedreht in Aachen, Stolberg und Jülich

Von: Günter H. Jekubzik
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Das „Cottage“ liegt in Stolberg-Breinig...
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...das „College“ ist das Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen...
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...und die markante Treppe am Gebäude der Aachen-Münchner-Versicherung in Aachen ist unverkennbar.

Aachen/Stolberg/Jülich. Es hat immer mal wieder Filmdrehs mit Prominenten in der Region gegeben. Der gerade gestorbene Götz George war als „Schimanski“ mal in der Pontstraße. Kommissar „Wilsberg“ schaute am Dom vorbei. Und Millionen Zuschauer sahen kürzlich auf YouTube Motive aus der Region in „The Apprentice“, dem mittlerweile legendären „Star Wars“-Fanfilm mit Szenen aus der Eifel und Heerlen.

Bis vor drei Jahren wirkte es unvorstellbar, dass die Region im Schatten der Medienmetropolen Köln und Düsseldorf ein Film-Schauplatz ernsthafter Größe sein könnte. Aber in diesen drei Jahren entdeckte man bei der Verfilmung der Edelsteintrilogie von Kerstin Gier einige echte Perlen und zeigte Wege auf, wie der Westzipfel ins Bild kommen kann.

„Smaragdgrün“, der kommende Woche ins Kino kommt, ist der dritte Band der Jugendbuch-Trilogie von Kerstin Gier, von der weltweit über drei Millionen Exemplare verkauft wurden. Gedreht wurde die Verfilmung unter der Regie von Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde im vorigen Jahr in NRW (Jülich, Aachen, Stolberg und Nordkirchen). Auch die ersten beiden Teile, „Rubinrot“ und „Saphirblau“, waren unter anderem dort gedreht worden.

Die Science-Fiction-Geschichte ist märchenhaft: Die jungen Helden Gwendolyn und Gideon starten mit ihrem Blut eine Zeitmaschine und landen mitten in London. Im Bild erkennen die Aachener allerdings den Domhof – mit roter Telefonzelle auf englisch geschminkt. Da es sich um Zeitreisen handelt, erscheint der Domhof mal als mittelalterlicher Markt, mal wie im 19. Jahrhundert.

Während die Handlung der Trilogie wilde Kapriolen schlägt, war der reale Weg für das vielköpfige Drehteam zu einer der auffälligsten Szenen im dritten Spielfilm „Smaragdgrün“ angenehm und kostengünstig kurz: Der gläsern glänzende Neubau der Aachen-Münchner und die vor Ort so umstrittenen Treppen zum Bahnhof gehen hier glatt als moderne Großstadt durch, wie ein Filmausschnitt auf Facebook zeigt.

Produzent Tom Blieninger zeigt sich im Gespräch begeistert von den Bedingungen in der Region für den ungewöhnlich aufwendigen Filmdreh: „Wir mussten in Deutschland Motive finden, an denen wir England in verschiedenen Zeiten erzählen konnten. Aachen und die umliegenden Orte wie Kornelimünster, Stolberg oder Jülich boten hierfür hervorragende Voraussetzungen: Alte Gassen, Plätze, Kirchen und Steinbauten, die unserer Meinung nach sehr ähnlich sind zur angelsächsischen Architektur.“ Die Motive, die das Großprojekt in der Region fand, reichen vom Karolingischen bis zum Postmodernen, von Großstadt über Schloss im 17. Jahrhundert bis zum schottischen Cottage.

Das Naturstein-Haus in Stolberg-Breinig, das sich „innen und außen hervorragend als schottisches Cottage verkaufen lässt“, war für die Produktion ein „sehr seltener Glücksfall“, sagt Blieniger. So konnten die echt schottischen Außenaufnahmen einmontiert werden, ohne dass dies auffiel. Die „richtigen Orte für unsere Ideen“ gab es auch in einem Ballsaal in Stolberg: Im Kupferhof Rosental entstand eine original 20er Jahre Party für die Schlussszene.

Das altehrwürdige Kaiser-Karl-Gymnasium in Aachen wiederum diente als College. Auch die Zitadelle in Jülich war von einer Wagenburg des riesigen Drehteams belagert. Nur der Domhof in Aachen kommt im dritten Teil nicht mehr vor. Trotz „sehr guter Unterstützung“ der Verantwortlichen beim ersten Dreh im März 2013 war diese Location eine zu große logistische Herausforderung.

Die Förderung der Film- und Medienstiftung NRW in Höhe von 750.000 Euro ermöglichte es, „England in Deutschland herzustellen“, sagt Blieninger. Da dieser „Zuschuss“ eine Wirtschaftsförderung ist, muss mindestens das Anderthalbfache der Summe auch wieder in NRW ausgegeben werden. Aber nur durch diesen „Vorschuss“ sei es den Produzenten möglich, mit US-Produktionen zu konkurrieren, die das Zwanzigfache des Budgets haben. Ob dieser „NRW-Effekt“ der reinvestierten Förderung neben dem wirtschaftlichen auch einen Image-Effekt für die Region hat, muss sich zeigen. Auf der Leinwand ist halt London und nicht Aachen, Schottland und nicht Breinig zu sehen.

Die Trilogie hat mittlerweile eine große Fangemeinde unter Jugendlichen, doch zu Drehort-Reisen wie bei „Herr der Ringe“ oder begrenzt zur „Heimat“-Serie im Hunsrück wird es wohl nicht kommen. Vielleicht machen aber die Drehort-Edelsteine, die perfekten Sets mit der anständigen Infrastruktur und den hilfsbereiten Ansprechpartnern, die Tom Blieninger hervorhebt, Werbung in der Branche. Man wird es sehen – demnächst im Kino.

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