Kinderuni: Wie wahrscheinlich es ist, einen Pasch zu würfeln

Von: Madeleine Gullert
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Drei Jungs, ein Kinderuni-Lottoschein: Wie wahrscheinlich ist es, die Zahlen zu tippen, die danach gelost werden?

Aachen. Wie wahrscheinlich ist es, dass zwei Jungen aus dem Sportverein sich zufällig bei der Kinderuni treffen? Oder dass im Audimax der RWTH zwei Menschen nebeneinander sitzen, die den gleichen Vornamen haben? Diese kleinen Alltagszufälle des Freitagabends hat Erhard Cramer vom Institut für Stochastik und Wirtschaftsmathematik an der Hochschule nicht erklärt.

Dafür aber, wie wahrscheinlich es ist, im Lotto zu gewinnen. „Würfeln, Lotto, Roulette – Stochastik hilft, Glücksspiele zu verstehen“ war das Thema der Kinderuni. „Holt euch alle einen Lottoschein“, so lautete die Aufforderung an die kleinen Studenten. Und dann waren Hunderte Kinder erst einmal damit beschäftigt, sich für die hoffentlich richtigen drei Zahlen aus neun zu entscheiden.

Die achtjährige Madeleine entschied sich für 1, 6, 8 und drückte die Daumen. „Hoffentlich gewinne ich.“ Bevor das aufgelöst wurde, erklärte Cramer aber erst einmal, wie wahrscheinlich es ist, eine 6 zu würfeln. „Die Chance ist eins zu sechs“, wusste ein Junge. Und auch wie wahrscheinlich es ist, einen Pasch zu würfeln, konnten die Kinderuni-Teilnehmer ganz schnell lösen.

Als es um Gewinnchancen beim Roulette ging, malte der ein oder andere kleine Student dann aber doch lieber eine Blumenwiese und eine Sonne auf das Papier vor sich. So einfach war das nämlich nicht. Emma Maria (9) merkte sich aber: „Wenn man einmal gewinnt, muss man direkt aufhören zu spielen.“

Am besten aber, war die Botschaft Cramers, sollte man gar nicht spielen. Warum? „Man gewinnt nur sehr selten. Glücksspiel ist schlecht“, fasste Madeleine zusammen. Wie schlecht die Gewinnchancen sind, merkten alle bei der Kinderuni-Lottoziehung. Die 5, die 8 und die 9 wurden gezogen. Bei jeder Zahl schallte ein lautes Brüllen durch das Audimax. Am Ende hatten aber nur drei Kinder die richtigen Zahlen. Emma Maria und Madeleine gewannen nichts. Schade, sagten beide, mit einem ganz langen a.

„Ich wusste, dass man beim Glücksspiel Geld verlieren kann, aber nicht, dass das so extrem ist“, sagte Nandini. Ihre Freundin Anna (11) fand es spannend, etwas „über Lotto und was dahintersteckt“ zu erfahren. „Mir fehlte nur eine Zahl“, sagte ein Junge enttäuscht mit Blick auf seinen Lottoschein. Einen Trostpreis gab es von den Eltern: „Komm, wir essen ein Eis.“

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