Aachen/Schleiden - Kinderschänder schnell rückfällig: Sicherungsverwahrung

Kinderschänder schnell rückfällig: Sicherungsverwahrung

Von: Wolfgang Schumacher
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Eine Sicherungsverwahrung ist der wohl massivste Eingriff in die Freiheit eines Menschen. Sie bedeutet, dass ein verurteilter Täter auch nach dem Verbüßen seiner Strafe nicht wieder auf freien Fuß kommt. Symbolfoto: dpa

Aachen/Schleiden. Ein verurteilter Sexualstraftäter ist erneut rückfällig geworden. Nur drei Monate nach seiner Haftentlassung hatte sich Andreas L. an zwei Kinder sexuell herangemacht. Das Aachener Landgericht verurteilte den 45-Jährigen am Montag zu drei Jahren Haft und verhängte Sicherungsverwahrung über ihn.

Dem mehrfach einschlägig vorbestraften und unter strengen Auflagen des sogenannten landesweiten KURS-Programms freigelassenen Mann war ein absolutes Näherungsverbot gegenüber Kindern auferlegt worden, dass er wieder nicht einhielt. Quasi unter den Augen der Polizei hatte er sich am 12. Juli dem Jungen und dem Mädchen im Alter von acht Jahren beim Spielen am Olefbach in der Nähe von Schleiden im Kreis Euskirchen genähert und begonnen, mit ihnen zu spielen. Der Rückfalltäter hatte seine Vergehen gestanden.

In Schleiden seien die Kinder noch einmal glimpflich davon gekommen, wertete die 5. Große Strafkammer am Aachener Landgericht die zwei Taten, die eher als Vorbereitung für ein weiteres vom Täter geplantes Treffen am nächsten Tag zu werten seien. Andreas L. lockte die Kinder damit, dass er zu Hause Papageien habe, die er ihnen zeigen wollte. Am Bach der Olef hatte L. die Kinder zwar angefasst, sie aber nicht zu sexuellen Handlungen genötigt.

Aus der Vorstrafenliste, führte der Vorsitzende Richter Thomas Birtel aus, gehe allerdings hervor, dass dies bei den begangenen Vortaten sei 1997 anders gewesen sei. Dabei habe der Angeklagte die Kinder, die immer zwischen acht und zehn Jahren alt gewesen waren, schwer sexuell missbraucht.

So habe das Gericht bei der schweren Entscheidungen, einen Täter in Sicherungsverwahrung zu nehmen, den Schutz der Kinder in den Vordergrund gestellt. Andreas L. habe bei der letzten Tat eine „hohe Rückfallgeschwindigkeit“ an den Tag gelegt, stellte die Kammer fest. Therapien hätten bei ihm nicht gefruchtet. So seien nur drei Monate nach seiner Freilassung verstrichen, bevor er wieder rückfällig wurde.

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