Kind tot im Sieg-Hochwasser: Klage gegen Land

Von: dpa
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Bonn. Bei einer Radtour mit den Eltern starb ein Kind wegen Hochwasserfluten der Sieg: Dieser tragische Fall hat nun auch für das Land Nordrhein-Westfalen ein Nachspiel.

Die Eltern verklagten NRW auf 50.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld. In dem Zivilprozess trafen sich die Parteien am Freitag erstmals vor dem Bonner Landgericht.

Die Eltern hatten im Mai 2006 mit ihrem 20-monatigen Sohn eine Radtour entlang der Hochwasser tragenden Sieg bei Hennef (Rhein-Sieg- Kreis) unternommen.

An der Unglücksstelle glaubten sie, dass das auf den Radweg übergetretene Wasser „nicht mehr als eine Pfütze ist” und fuhren weiter. Es sei nicht erkennbar gewesen, dass es sich um eine fast 50 Zentimeter tiefe Senke mit einer extrem starken Strömung gehandelt habe.

Sie riss die Eltern mit den Fahrrädern fort und schwemmte sie in einen Abflusskanal. Während sich die Eltern retten konnten, tauchte der Sohn nicht mehr auf. Er wurde erst am nächsten Tag von Tauchern - im Kindersitz festgeschnallt - aus dem Wasser geborgen.

Das Land NRW, das zuständig für Gewässer ist, hätte ein Warnschild aufstellen müssen oder die Stelle bei Hochwasser sperren müssen, denn die Gefahr sei nicht erkennbar gewesen, argumentierten die Kläger.

Das Land habe seine Verkehrssicherungspflicht verletzt. Ein Vergleichsvorschlag des Gerichts wurde von beiden Parteien abgelehnt.

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