Keine Häufung von Selbstmorden in NRW-Gefängnissen

Von: dpa
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JVA Aachen
Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt Aachen steht in seiner Zelle. Foto: dpa

Düsseldorf. Trotz dreier Fälle in diesem Monat ist die Selbstmordrate in den nordrhein-westfälischen Gefängnissen nach Angaben des Justizministeriums unauffällig.

Weder gebe es einen besonderen Anstieg, noch eine Häufung in einzelnen Anstalten, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Dienstag in Düsseldorf.

Langfristig sei die Zahl der Selbsttötungen in den Anstalten sogar deutlich rückläufig. CDU und FDP verlangen wegen der jüngsten Fälle im Rechtsauschuss des Landtags Auskunft von Justizminister Thomas Kutschaty (SPD).

Bislang haben sich in diesem Jahr zwölf Häftlinge umgebracht. Dies sei zwar eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, in dem sich neun Gefangene selbst getötet hatten. Die Zahl für das Jahr 2009 sei allerdings der zweitniedrigste Wert der vergangenen 20 Jahre gewesen. 1992 und 1997 hatten sich noch jeweils 27 Gefangene umgebracht. Der langfristige Durchschnittswert sei von 22 Selbstmorden Mitte der 1990er Jahre auf 12 Suizide gesunken.

In den Gefängnissen von Essen, Werl und Remscheid hatten sich in diesem Monat Gefangene umgebracht. In Aachen starb am Wochenende ein Mordverdächtiger an einem Herzinfarkt.

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