Keine Ermittlungen wegen Modligliani-Schau

Von: dpa
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Bonn. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat Berichte über Ermittlungen wegen der Modigliani-Ausstellung in der Bundeskunsthalle zurückgewiesen. Die Behörde führe keine Ermittlungen, sagte Sprecher Fred Apostel am Freitag auf Anfrage.

Mehrere Medien hatten berichtet, in der noch bis zum 30. August dauernden Ausstellung sei die Echtheit mehrerer gezeigter Bilder fragwürdig.

Die Staatsanwaltschaft ermittele insbesondere, weil dazu auch ein Werk zähle, das nur dort hänge, um anschließend verkauft zu werden. In einer Stellungnahme der Bundeskunsthalle hieß es, von Anfang an sei die Problematik der Fälschungen von Modigliani-Werken intensiv und offensiv thematisiert worden.

„Jeder, der an eine Modigliani-Ausstellung herangeht, weiß, dass es mehr Fälschungen als Originale gibt”, sagte der Intendant der Bundeskunsthalle, Robert Fleck. Es sei alles daran gesetzt worden, trotz der schwierigen Sachlage zum Werk Modiglianis, die in der Museumsszene wohlbekannt sei, eine Auswahl zustande zu bringen, die so weit als möglich Fälschungen und zugeschriebene Werke ausschließt.

Es seien ebenso viele Werke abgelehnt worden, wie nun gezeigt würden, sagte Fleck. Damit habe die Schau auch nicht so üppig werden können, wie ursprünglich geplant. Auch eine Reihe spektakulärer Bilder und Plastiken hätten nach Befragung einer Reihe von Kollegen abgelehnt werden müssen. Zudem sei versucht worden, Bilder durch Druck von unterschiedlicher Seite in der Ausstellung unterzubringen und zu „adeln”. „Dem haben wir einen Riegel vorgeschoben.”

Schließlich habe sich die Bundeskunsthalle entschlossen, auf Herausgabe eines bei anderen Ausstellungen üblichen Katalogs zu verzichten. Stattdessen habe der DuMont Verlag in Lizenz ein begleitendes Buch zu Modigliani veröffentlicht. Darin sei ein ausführlicher Beitrag zur Fälschungsproblematik bei Modigliani enthalten. Das Problem sei auch in allen angebotenen Führungen Thema.

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