Kein Plan für den Tihange-Gau?

Von: Michael Grobusch
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Was passieren würde, wenn es bei dem umstrittenen Pannenmeiler und konkret beim Reaktor Tihange 2 zum schlimmsten aller denkbaren Vorfälle, dem Katastrophenfall, käme, damit beschäftigt sich eine Studie, die die Städteregion Aachen in Auftrag gegeben hat. Foto: Oliver Berg/dpa

Aachen/Tihange. Und wieder hat es einen Störfall im belgischen Kernkraftwerk Tihange gegeben. Wie erst am Donnerstag bekannt geworden ist, war bereits am 6. Oktober einer der Notkühlwasserkreisläufe am Reaktor 3 ausgefallen.

Der Fehler wurde nach Aussage des Betreibers Electrabel zügig behoben, der Vorfall von der belgischen Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANC) in die erste und niedrigste Stufe auf der Internationalen Bewertungsskala (INES) eingeordnet.

Was passieren würde, wenn es bei dem umstrittenen Pannenmeiler und konkret beim Reaktor Tihange 2 zum schlimmsten aller denkbaren Vorfälle, dem Katastrophenfall, käme, damit beschäftigt sich eine Studie, die die Städteregion Aachen in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse sollen am Donnerstag im Städteregionstag präsentiert werden. „Sie sind erschreckend“, stellt die Verwaltung im Vorfeld fest. Weitere Details werden noch nicht genannt.

Wolfgang Renneberg, Professor am Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur Wien, hat die möglichen Auswirkungen eines Versagens des Reaktordruckbehälters von Tihange 2 für die Region Aachen analysiert.

Er kommt nach Informationen unserer Zeitung zu dem Schluss, dass im Falle eines „Super-Gau“ und gleichzeitig ungünstigster Wetterlage – mit einem starken Wind aus West- oder Südwest – Verhältnisse zu befürchten seien, wie sie nach der Katastrophe von Fukushima in der dort gebildeten 20-Kilometer-Sperrzone herrschten. Eine umgehende Evakuierung wäre aufgrund des zu erwartenden radioaktiven Niederschlags erforderlich.

Allerdings gibt es für diese bis dato keinen konkreten Plan. „Eine Evakuierung in der Außenzone, zu der die Städteregion zählt, ist laut der bundeseinheitlichen Rahmenempfehlungen grundsätzlich nicht vorzuplanen“, betont Pressesprecher Detlef Funken.

Dem Vernehmen nach beschäftigt sich die Städteregion derzeit gleichwohl sehr konkret mit einem solchen Szenario. Auch hierzu will sie am Donnerstag Stellung beziehen. Zudem ist für die kommenden Jahre der Aufbau eines flächendeckenden Sirenensystems zur Warnung der Bevölkerung vorgesehen.

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