Aachen - Kein Kinderspiel: Neue Brücke am Aachener Kreuz montiert

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Kein Kinderspiel: Neue Brücke am Aachener Kreuz montiert

Von: Lars Odenkirchen
Letzte Aktualisierung:
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Eine Entlastungsbrücke wurde am Samstag am Aachener Kreuz montiert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Was Hendrik Schürmann Tag für Tag macht, schaffen andere Männer allenfalls im Kinderzimmer mit Legosteinen. Schürmann arbeitet für ein Unternehmen aus Emmerich, das Brücken vermietet und aufbaut. Am Samstag war er nun als Bauleiter am Autobahnkreuz Aachen am Werk - für ihn ein Einsatz von vielen, für die meisten Menschen drum herum eine echte Ausnahmesituation.

Es ist sechs Uhr am Samstagmorgen, als Hendrik Schürmanns Arbeitsmaterial per Schwertransport im Autobahnkreuz eintrifft. Drei Brückenteile, zwischen 35 und 52 Tonnen schwer, werden auf den vollgesperrten Fahrstreifen der A544 abgeladen. Auch ein riesiger Kran, der bis zu 400 Tonnen tragen kann, wird benötigt. Direkt neben der Brücke, mit der die A44 über die Fahrbahnen der A4 und A544 geführt wird, findet er seinen Platz. Genau diese Brücke ist auch der Grund, warum der ganzen Aufwand betrieben wird: Zur Hälfte wird sie schon bald abgerissen.

Schürmann und seine Kollegen bauen daher eine einspurige Behelfsbrücke auf, die benötigt wird, damit der Verkehr trotz des Abrisses weiter fließen kann. Um 15.45 Uhr, fast neun Stunden, nachdem die Brückenteile angekommen sind, wird es endlich ernst. Die Brückenpfeiler stehen, die Schutzplanken sind verschraubt, die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Langsam hebt sich der 52 Tonnen schwere Mittelteil der Brücke in die Höhe, mit scheinbarer Leichtigkeit vom gewaltigen Kran gehoben.

„Braucht ihr die Schilder noch?”, fragt ein Arbeiter scherzhaft, als das 30 Meter lange Teil mit nur wenigen Zentimetern Abstand an der Schilderbrücke vorbeischwebt, die den Autofahrern den Weg nach Düsseldorf oder Köln weißt. Ernst wird es jetzt auch für Robert Pütz, den Leiter der Autobahnpolizei Broichweiden. Denn während das gewaltige Brückenteil über in der Luft gedreht wird, muss auch die verbliebene Fahrbahn der A4 in Richtung Köln kurzzeitig gesperrt bleiben.

Über Kilometer stauen sich jetzt die Autos, die über die A544 und die A4 aus Aachen ins Kreuz einfahren. „Mit der Baustelle haben wir direkt nichts zu tun, die Verkehrssicherheit ist aber natürlich unser Geschäft”, erklärt Pütz. Für den spektakulären Brückenbau sind zusätzliche Polizisten im Einsatz. Es gilt, vor allem die Stauenden mit Schildern und Polizeiwagen kenntlich zu machen.

„Im erwartbaren Rahmen” bewegen sich die Staus im Laufe des Tages, dass die Nerven des ein oder anderen Fahrers strapaziert werden, ist dabei wohl unvermeidbar. „Solche Bauarbeiten gehen nur am Wochenende”, weiß Projektleiter Helzle vom Landebetrieb Straßen.NRW, „wenn wir sowas im Berufsverkehr versuchen würden, würde sich der Verkehr bis Holland stauen.” Beschwerden sind bei ihm während der Bauarbeiten am Kreuz bislang zum Glück kaum eingegangen.

Ganz so glatt, wie er gehofft hat, läuft der Aufbau dann aber doch nicht. Der Kran steht ein wenig zu nah an der bestehenden Brücke und kann den Mittelteil nicht präzise genug auf die Lager hinunterlassen. Schürmann und seine Kollegen müssen von Hand mit einem Kettenzug nachhelfen. Grund zur Aufregung ist das nicht, wie Schürmann weiß. „Das man ein bisschen korrigieren muss, ist ganz normal”, meint der Montageleiter gelassen. Der Mann weiß eben, wie Brücken gebaut werden.
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