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Kein drittes Gleis für Aachen-Köln

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Ein umfassender Ausbau der für die Zukunft der Region so wichtigen Bahnstrecke ist nicht enthalten. Foto: dpa

Aachen/Berlin. Das dritte Bahngleis zwischen Aachen und Köln wird nicht gebaut, jedenfalls dann nicht, wenn der am Mittwoch von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin vorgestellte Entwurf zum neuen Bundesverkehrswegeplan umgesetzt wird.

Nur die Verkehrsprojekte, die in diesem Plan enthalten sind, haben überhaupt eine Aussicht darauf, für einen Bau in Betracht zu kommen. Zwar ist der Ausbau der Bahnverbindung Aachen-Köln im Entwurf des neuen Plans enthalten, doch nicht mit einem durchgehenden dritten Bahngleis, sondern nur mit einem Überholgleis im Bahnhof Aachen-Rothe Erde.

Um die Bedeutung dieses dritten Gleises ermessen zu können, muss man wissen, dass Politiker, Wirtschaftslobbyisten und Zukunftsplaner für die Region Aachen, Düren, Heinsberg eine große Vision haben: Sie soll ein bedeutender Logistikstandort werden, Umschlagplatz für viele der Waren, die aus den großen Seehäfen in Holland und Belgien weitertransportiert werden.

Zwischen Heinsberg und Monschau sollen Tausende Arbeitsplätze entstehen und so den Strukturwandel nach dem Ende des Braunkohleabbaus in der Region spätestens ab 2045 einleiten. Allerdings ist unsicher, ob sich diese Pläne verwirklichen lassen, wenn die zentrale Bahnverbindung Aachen-Köln nicht signifikant ausgebaut wird. Die Strecke gilt schon jetzt als überlastet.

Im Bundesverkehrswegeplan steht nun, dass selbst das Überholgleis im Bahnhof Rothe Erde nur dann eine Chance hat, in die Liste der Projekte mit sogenanntem vordringlichen Bedarf aufgenommen zu werden, wenn das Kosten-Nutzen-Verhältnis „ausreichend positiv“ ist. Dies wird noch geprüft.

Doch nicht einmal ein weiteres Überholgleis im Bahnhof Eschweiler, das die Deutsche Bahn erwogen hatte, ist im Planentwurf aufgeführt. Die Aachener Industrie- und Handelskammer teilte in einer Stellungnahme am Mittwochabend mit, dass „die Planung und Finanzierung kleinerer Maßnahmen derzeit realistischer“ sei.

Der Aachener Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) erklärte am Mittwoch, „zumindest wird anerkannt, dass die Geschwindigkeit auf der Strecke Aachen-Düren erhöht werden muss“. Die sechs Wochen lange Beteiligung der Öffentlichkeit an der finalen Fassung des Bundesverkehrswegeplans müsse dazu genutzt werden zu prüfen, wie dies erreicht werden kann.

Alexander Dobrindt kündigte an, der Bund wolle in den kommenden Jahren insgesamt mehr als 260 Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege investieren. Den mit 12,95 Milliarden Euro (19,2 Prozent) größten Anteil bekommt das Land Nordrhein-Westfalen.

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