Lüttich - Kaufte Lütticher Attentäter seine Waffen mit staatlichem Geld?

Kaufte Lütticher Attentäter seine Waffen mit staatlichem Geld?

Von: Marc Heckert
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Panik auf dem Weihnachtsmarkt: Als der Attentäter Nordine A. Handgranaten in die Menschenmenge auf dem Place St. Lambert in der Innenstadt wirft, bricht Chaos auf dem Platz aus. Foto: dpa

Lüttich. Der Attentäter von Lüttich, der im vergangenen Dezember fünf Menschen und sich selbst tötete, hat seine Waffen möglicherweise mit Hilfe von Geldern aus einem staatlichen Wirtschaftsförderprogramm gekauft. Das berichtet das belgische Nachrichtenportal Sudinfo.be.

Demnach hatte Nordine A., ein Belgier marokkanischer Abstammung, im Jahr 2003 einen staatlichen Förderzuschuss für eine Unternehmensgründung bekommen. Laut Sudinfo.be wurden ihm rund 15.500 Euro ausgezahlt, davon die Hälfte von der Wallonischen Region.

Beworben hatte sich A. um die Förderung, weil er eine Firma zur Herstellung von Bodybuilding-Geräten gründen wollte. Gegen den seinerzeit 24-Jährigen sei zu dieser Zeit bereits wegen sexuellen Missbrauchs eines behinderten Kindes ermittelt worden. Wegen dieser Tat wurde er im Dezember 2003 verurteilt, später außerdem wegen Waffenbesitzes und Drogenanbaus. Sudinfo.be mutmaßt nun, dass A. mit den Geldern aus dem Förderprogramm seine kriminellen Geschäfte in Gang gebracht haben könnte.

Nordine A. hatte im Dezember 2011 auf dem Weihnachtsmarkt auf dem belebten Place Saint-Lambert in der Lütticher Innenstadt Handgranaten in eine Menschenmenge geworfen, um sich geschossen und sich schließlich selbst getötet. Zwei Jugendliche und ein Kleinkind waren sofort tot, eine 75 Jahre alte Frau starb zwei Tage später. Insgesamt erlitten 120 Menschen Verletzungen, rund 30 davon schwere. Vor der Tat hatte A. auf seinem Grundstück bereits eine weitere 45-jährige Frau getötet.

Der Amoklauf erschütterte das Land. An einer Trauerfeier eine Woche nach der Tat nahmen mehrere tausend Menschen teil, darunter auch die Königsfamilie und Premierminister Elio Di Rupo.

Einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit der Bluttat gab es ein halbes Jahr danach im Juni, als sich die Mutter eines der getöteten Kinder das Leben nahm.
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