Aachen - Karlspreis für polnischen Premier Donald Tusk

Karlspreis für polnischen Premier Donald Tusk

Von: ddp/mh
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Donald Tusk
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (52) erhält den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen 2010. Die Verleihung ist am Himmelfahrtstag, 13. Mai. Foto: ddp

Aachen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk wird mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen 2010 ausgezeichnet. Der 52-jährige Politiker werde unter anderem für seinen Einsatz bei der Zustimmung des Lissaboner EU-Vertrags sowie sein Bekenntnis zu den nachbarschaftlichen Beziehungen Polens in Europa gewürdigt.

Der neue Sprecher des Karlspreisdirektoriums Jürgen Linden und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärten, die Verleihung an Tusk sei nach intensiver Diskussion einstimmig beschlossen worden. Insgesamt seien diesmal zunächst 15 Kandidaten - unter anderem auch aus dem kulturellen Bereich - in die engere Wahl gezogen worden, hieß es.

Nach dem ehemaligen polnischen Außenminister Bronislaw Geremek (1998) und Papst Johannes Paul II. (2004) ist Tusk der dritte Europäer polnischer Abstammung, der mit dem Karlspreis ausgezeichnet wird.

„Mit Donald Tusk ehren wir einen mutigen Politiker, dem auch und gerade die Jugend Vertrauen entgegenbringt”, sagte Linden. Tusk habe wichtige Impulse gesetzt, um neu aufkeimenden nationalistischen Tendenzen in Europa entgegenzuwirken. Nachdem 2009 Andrea Riccardi, der Gründer der katholischen Laienorganisation SantEgidio, vor allem für sein gesellschaftliches Engagement gewürdigt worden war, stehe bei der Auszeichnung Tusks mit dem Karlspreis diesmal der Vorrang der Politik im Mittelpunkt, sagte Linden. „Wir wollen mit unserer Entscheidung ganz bewusst in den Vordergrund stellen, dass der Karlspreis eine wichtige politische Auszeichnung ist. Die wesentlichen Fortschritte in Europa werden durch die Politik gestaltet.”

Tusk stehe „antieuropäischen, renationalistischen Tendenzen”, die es in der jüngeren Vergangenheit in Europa gegeben habe, deutlich entgegen. Er sei wie kaum ein anderer Politiker in der Lage, junge Menschen anzusprechen und ihnen klar zu machen, dass es zum Lissabon-Vertrag keine Alternative gebe. „Wenn Polen in der alten Position verharrt und bei seinem Nein geblieben wäre, gäbe es heute diesen Vertrag nicht. Es war Donald Tusk, der diese Wende geschafft hat und ein Umdenken auch in anderen Staaten bewirkt hat", betonte Linden.

Gleichzeitig habe das Karlspreis-Direktorium in seine Überlegungen Tusks Einsatz für gutnachbarschaftliche Beziehungen in Europa einbezogen: „Wir sind für diese Verständnisaktivitäten, nicht nur auf der Westachse, sondern auch zu Russland, sehr dankbar.”

OB Marcel Philipp betonte, mit Tusk werde eine Persönlichkeit mit einer beispielhaften Biografie geehrt, die sowohl für ihre Leistungen in der Vergangenheit als auch für die potenziellen Leistungen in der Zukunft ausgezeichnet werde. „Donald Tusk steht für beides. Das ist sicherlich sehr selten.”

Mit der Auszeichnung verbinde das Karlspreis-Direktorium die Hoffnung und Erwartung, dass „der Lissabon-Vertrag, der bis jetzt Papier ist, mit Leben gefüllt” werde, sagte Linden. Die Verleihung des 51. Internationalen Karlspreises zu Aachen findet am Himmelfahrtstag, 13. Mai 2010, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Wer die Laudatio halten wird, steht noch nicht fest.

Mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.
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