Kardinal Woelki kritisiert Debatten um Obergrenzen und Abschottung

Von: dpa
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Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hat vor einer Abschottung des Westens vor Zuwanderern gewarnt. Foto: Oliver Berg/dpa

Düsseldorf. Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hat vor einer Abschottung des Westens vor Zuwanderern gewarnt. Die Gesellschaft sei wieder dabei, neue Mauern aufzubauen, sagte er am Samstag beim Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU in Düsseldorf.

„Diese Mauern heißen für mich Obergrenze, Mittelmeer, sichere Herkunftsstaaten, Dublin-Abkommen”, erläuterte Woelki. „Unser christliches Abendland werden wir nicht dadurch retten, dass wir Schotten oder Grenzen dicht machen.” Die Würde des Menschen dürfe nie religiösem Fanatismus untergeordnet werden.

Woelki verurteilte die massenhaften Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht unmittelbar am Kölner Dom. „Ihre Würde ist von den marodierenden Männerhorden in schändlicher Weise missachtet worden”, sagte der Kardinal vor rund 850 Gästen. Er warnte aber auch vor Hetze gegen Ausländer.

„Viele nutzen das in der Silvesternacht geschehene Leid, um ihr politisches Süppchen zu kochen.” Rund 70 Jahre nach der Überwindung des Nationalsozialismus sei das „ein Süppchen, von dem wir nicht mehr essen und schmecken - es nicht einmal mehr riechen wollen”.