Aachen - Kampfschreie und Randale in der Aachener Pontstraße

FuPa Freisteller Logo

Kampfschreie und Randale in der Aachener Pontstraße

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Jetzt hören wir uns den Notruf noch mal an!”, sagte der Vorsitzende der Aachener Schwurgerichtskammer. Richter Gerd Nohl hörte sich noch einmal an, wie Oliver G. am 18. Juli dieses Jahres in Aachens Kneipenmeile Pontstraße ausgerastet war.

Die Anklage wirft ihm vor, nach einem grundlos angezettelten Streit angetrunken sein Auto als Waffe benutzt zu haben. Er habe das Opfer mit dem Pkw töten wollen, hieß es.

Der Notrufmitschnitt von 1.40 Uhr in der Nacht begann in der Tat mit martialischen Kampfschreien, jeder Kung-Fu-Regisseur hätte seine helle Freude gehabt und seinen Tontechniker direkt zum Mitschnitt angewiesen. Was das 26-jährige Opfer, das am Dienstag im Zeugenstand saß, hier zu hören bekam, waren wohl die ersten Angriffe des Aacheners Oliver G. auf den Zeugen.

Dessen Freund hatte per Handy die Polizei benachrichtigt, die sich seelenruhig von der Zentrale aus das Kampfgetümmel im Hintergrund anhörte. Ein weiterer Kumpel der Dreiergruppe konnte sich am Ende nur durch einen Sprung in einen Busch vor dem rasenden Autoangreifer retten.

Tatoos mit Reichsadler und geballter Faust

Den 26-jährigen Mann erwischte es heftiger, er wurde angefahren und brach sich einen Lendenwirbel. Die Sache begann damit, dass ihnen der Angreifer samt einem Kumpel entgegenkam. Die Gruppen gingen aneinander vorbei. Dann sei der Angeklagte ihm plötzlich in den Rücken gesprungen, habe geschrien: „Ich mach’ dich fertig.”

Der Zeuge berichtete, er habe an eine Verwechslung gedacht und versucht, den Wütenden mit dessen Kumpel zu beruhigen. Es gelang, doch nur für kurze Zeit.

Dann sei G. zu seinem Auto gelaufen. Dort war ein Baseballschläger deponiert. Als er dann wieder auf den 26-Jährigen losgehen wollte, wehrte der sich sofort. Und er war mit seinen knapp 100 Kilo stärker als der Angreifer und warf ihn zu Boden. Als er losließ, schwang sich G. hinter das Steuer und startete den beinahe tödlichen Angriff auf die Gruppe.

Der Angeklagte, der, wie der Richter verlesen ließ, Tatoos mit Reichsadler und geballter Faust auf dem Körper trägt, wurde bereits wegen öffentlichem Zeigen des Hitler-Grußes verurteilt. Er sei aber kein Mitglied einer Neonazi-Organisation, sagte er vor Gericht. Er räumte allerdings ein, rein gar nichts von Ausländern zu halten. Den Tatvorwurf gestand er. Er könne sich allerdings wegen seines Alkoholpegels nur an wenige Details erinnern.

Der Prozess wird am 12. November fortgesetzt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert