Kampf gegen Tierseuchen in Grenzregion

Von: dpa
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Düsseldorf. Tierseuchen und Infektionskrankheiten sollen in der viehreichen deutsch-niederländischen Grenzregion künftig systematisch bekämpft werden.

Wissenschaftler und Behörden wollen bis 2013 Konzepte entwickeln, um die Lebensmittelsicherheit und -qualität sowie die Tiergesundheit in einer der bevölkerungsreichsten Regionen Europas zu verbessern, teilte das nordrhein-westfälische Umwelt-und Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mit.

Um Vorbeugung, Kontrolle sowie Krisenmanagement zu verbessern, sollen Frühwarnsysteme und Internet-Lösungen für den Datenaustausch entwickelt werden. Gearbeitet werde auch an neuen Fortbildungskonzepten für Landwirte und Hoftierärzte.

Entwickelt werden zudem Frühwarnsysteme für Tierseuchen wie die Schweinepest oder für sogenannte Zoonosen. Das sind von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten. Außerdem sollen grenzüberschreitend Früherkennungssysteme für neuartige Krankheiten erarbeitet werden, die aufgrund des Klimawandels und des verstärkten globalen Handels zunehmen.

Allein in der EU verursachen Erkrankungen durch Erreger, die vom Tier auf den Menschen übergehen, nach Angaben des Ministeriums jedes Jahr Kosten in Höhe von mehr als sechs Milliarden Euro. Durch die Schweinepest im Jahr 2006 entstanden in NRW rund 24 Millionen Euro Kosten für Entschädigungen oder Beihilfen sowie wirtschaftliche Verluste in Höhe von rund 20 bis 60 Millionen Euro. Die Agrar- und Ernährungswirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der deutsch-niederländischen Grenzregion.

Das Projekt „SafeGuard” wird von NRW und Niedersachsen sowie der Europäischen Union mit insgesamt 9,3 Millionen Euro gefördert. Die EU trägt die Hälfte der Kosten, NRW beteiligt sich mit rund 600.000 Euro.

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