Aachen - Kampf gegen Temposünder: 125 Polizisten der Euregio im Einsatz

Kampf gegen Temposünder: 125 Polizisten der Euregio im Einsatz

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
kontrollebild
Belgische Polizisten auf der einen, deutsche auf der anderen Straßenseite: Am Grenzübergang Köpfchen zwischen Aachen und Eupen fanden am Mittwoch wie an vielen anderen Stellen im gesamten Dreiländereck Geschwindigkeitskontrollen statt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der schnellste Raser ging der Polizei auf einer Landstraße bei Euskirchen ins Netz: Mit 176 Sachen war der Mann da unterwegs, wo nur 100 Stundenkilometer erlaubt sind. Den kuriosesten Fang machten die uniformierten Kontrolleure im Aachener Stadtgebiet, wo sie eine allzu flotte Seniorin ausbremsten. Die 86-Jährige wurde mit 83 Sachen geblitzt.

Zwei Fälle, die die Dimension einer Polizeiaktion verdeutlichen, wie sie die Region beim Kampf gegen Temposünder noch nicht erlebt hat. Von Aachen bis Euskirchen, Düren, Heinsberg, auf der Autobahn bis Köln, nach Belgien hinein in die Polizeizonen Weser/Göhl, Eifel, Herve, Maasmechelen, in den Niederlanden im Polizeibezirk Limburg-Süd - an insgesamt mehr als 30 Stellen knüpfte die Polizei am Mittwoch ein Kontrollnetz durch ein Gebiet, in dem rund 1,6 Millionen Menschen wohnen.

125 Polizisten waren im Einsatz. Ihr Autrag: Autofahrer und motorisierte Zweiradpiloten für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisieren, mit Hilfe von „Schockvideos” Präventivarbeit leisten und nicht zuletzt Verstöße ahnden. „Das ist keine Schauaktion”, erklärten Polizeidirektor Jörg Pionke von der Aachener Polizei und seine niederländischen und belgischen Kollegen Nelleke Jansen und Harald Schlenter Mittwochmittag in Aachen wie aus einem Mund: „Wir schreiben Protokolle.” Abends stand dann auch diesbezüglich die Erfolgsquote fest: Insgesamt wurden 803 Temposünder geblitzt, 15 von ihnen drohen nun Fahrverbote. 276 Raser gingen alleine der Autobahnpolizei Köln ins Netz, 181 Fälle wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Aachen geahndet.

Doch Polizeidirektor Pionke betonte als Sprecher des „euregionalen polizeilichen Facharbeitskreises Verkehr”, dass die großflächige und konzertierte Kontrollaktion weit mehr bringen soll als bloße Bußgelder: „Wir wollen die Zahl der Verkehrstoten senken.” Schließlich gehört das Rasen zu den Hauptunfallursachen. Und es sei statistisch erwiesen, dass die Todesrate auf den Straßen um vier Prozent sinke, wenn man die Durchschnittgeschwindigkeit um nur einen einzigen Stundenkilometer senke. Pionke: „Das sind einige Menschenleben.”

Dass dem grenzüberschreitenden Rasen am Mittwoch Polizisten aus drei Ländern gemeinsam Einhalt gebieten wollten, ist völlig neu. „An der Grenze ist nicht Schluss”, freute sich Pionke am Übergang Köpfchen zwischen Aachen und dem belgischen Eupen. „Heute kann man mehrmals erwischt werden.” Das gilt übrigens bis Sonntag noch in vielen anderen Regionen. Denn die gestrige euregionale Zusammenarbeit ist eingebettet in eine Aktionswoche, die ein noch größeres Kontrollnetz im Kampf gegen Raser knüpft - nämlich in der ganzen EU.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert