Kampf gegen die „Elterntaxis“

Von: Wilfried Goebels
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Elterntaxi
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Michael Groschek strebt ein absolutes Halteverbot vor sozialen Einrichtungen an. Foto: dpa

Düsseldorf. Die Verkehrsminister der Länder wollen ein generelles Tempo 30 vor Kitas, Schulen und Altenheimen durchsetzen. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) forderte darüber hinaus gegenüber unserer Zeitung ein absolutes Halteverbot vor sozialen Einrichtungen, um zu verhindern, dass parkende Fahrzeuge die Sicht auf Kinder und Alte einschränken.

Eine Beschlussvorlage der Länder für die Verkehrsministerkonferenz am Donnerstag in Worms sieht vor, die Einrichtung von Tempo-30-Zonen in der Straßenverkehrsordnung zu erleichtern. Vor Kitas, Schulen, Kliniken und Altenheimen sei „in der Regel von einer besonderen Gefahrenlage auszugehen“, heißt es. Auch soll auf Strecken mit hoher Fußgänger- und Radfahrerdichte künftig Tempo 30 gelten. Zudem soll die Verkehrsbehörde auf Streckenabschnitten zwischen zwei bereits beschränkten Zonen eine „angemessene Geschwindigkeitsbeschränkung anordnen“ können.

„Tempolimits sind aber allein nicht ausreichend“, sagte Groschek. Er strebt ein absolutes Halteverbot etwa vor Schulen an. „Drei Viertel aller Grundschulen klagen über Probleme mit ,Elterntaxis’ vor den Schultoren“, sagte Grsochek. Viele Eltern führen ihre Kinder aus Angst vor Unfällen mit dem Auto zur Schule und gefährdeten die Schüler im schlimmsten Fall selbst. Groschek sprach sich für die Ausweisung von „Hol- und Bringzonen“ einige hundert Meter entfernt von Schulen und Kitas aus.

Das letzte Stück sollten die Kinder dann allein gehen. Damit ließen sich die „chaotischen Verkehrsverhältnisse vor den Schultoren entschärfen“. Einige Städte in der Region testen solche Zonen bereits. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verunglückten in Deutschland 2014 bei Verkehrsunfällen 23.000 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren.

Bisher können Tempo-30-Zonen auf Bundesstraßen, im Gegensatz zu Wohngebieten, nur unter bestimmten Bedingungen wie einer hohen Lärmbelastung oder bei besonderen Unfallgefahren ausgewiesen werden.

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