„Kaiserstadt Aachen”: Eigenwerbung auf Ortsschildern?

Von: dpa/red
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„Kaiserstadt Aachen”, „Domstadt Köln” oder „Meisterstadt Dortmund”: Den NRW-Kommunen soll nun erlaubt werden, dem amtlichen Namen auf ihren Ortsschildern noch Bezeichnungen hinzuzufügen. Foto: Michael Jaspers

Düsseldorf. „Kaiserstadt Aachen”, „Meisterstadt Dortmund”, „Münster, Stadt des Westfälischen Friedens” - so ähnlich könnten die Ortsschilder der Städte in NRW künftig aussehen. Was in anderen Bundesländern längst erlaubt ist, soll auch in NRW kommen.

Der Landtag diskutiert am Mittwoch über die Ortsschilder von Städten und Gemeinden. Ein Gesetzentwurf soll den Weg dafür frei machen, dass auch in NRW ein wenig Eigenwerbung auf die gelben Schilder darf.

An Ideen fehlt es nicht, wie eine Umfrage ergab. Aachen sprudelt auf Nachfrage vor Ideen und überlegt, ob nicht zwei prägnante Beinamen auf das Schild können. „Es gib so viele Besonderheiten, die eine Stadt ausmachen können”, sagt Pressesprecher Hans Poth: „Kaiserstadt, Stadt der Krönung, Wissenschaftsstadt, Pferdesportstadt . . .” Oder wie wäre es mit der „Printenstadt”?

Auch in Essen gäbe es einige Möglichkeiten: „Kulturhauptstadt, Einkaufsstadt oder Essen, die starke Stadt”, zählt Sprecher Detlef Feige auf. Wichtig sei, dass sich die Essener mit dem Namen identifizieren könnten. „Wir würden den Bürgern Vorschläge machen und sie per Internet-Voting um ihre Stimmen bitten.”

Die Landeshauptstadt Düsseldorf, Köln sowie Bonn sind sich einig: Ein Beiname sei aktuell kein Thema für sie. „Wir sind doch schon die Bundesstadt Bonn”, sagt etwa Sprecherin Elke Palm. Auch Düsseldorf ist mit dem Beinamen „Landeshauptstadt” zufrieden und sieht derzeit keine Notwendigkeit für weitere Beinamen.

Die Diskussion über mögliche Namenszusätze auf Ortsschildern hatte Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm (CDU) ausgelöst. Im vergangenen Jahr ließ er auf seine Ortsschilder „Stadt der FernUniversität” schreiben und verstieß damit gegen die NRW-Gemeindeordnung. Diese soll nun geändert werden - der Initiative der CDU haben SPD und Grüne schon Unterstützung zugesagt.

„Festspielstadt Monschau”, „Weltoffene Kupferstadt”

Zwei Beispiele aus der Region: Monschau nennt sich bereits „Festspielstadt”. Jedoch nicht auf, sondern unter dem Ortsschild. Bürgermeisterin Margareta Ritter (CDU) sieht deshalb keine dringende Notwendigkeit, neue Ortsschilder zu entwerfen: „Das ist immer auch eine Frage des Budgets.”

Stolbergs Bürgermeister Ferdi Gatzweiler würde „Die weltoffene Kupferstadt” als Zusatz auf dem Ortsschild gefallen - besonders angesichts der rechtsextremen Umtriebe in seiner Stadt. Sollte der Gesetzentwurf durchkommen, plädiert Gatzweiler für einen Ideenwettbewerb der Bürger.

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