Känguru hüpft durchs Sauerland

Von: Julia Naue
Letzte Aktualisierung:
Känguru, Zirkus
Ein ausgebüchstes Känguru hat im Sauerland für Trubel gesorgt. Symbolbild: Bernd Wüstneck/dpa

Olsberg. Annette Petri ist auf dem Weg zur Arbeit, als ihr plötzlich ein Känguru gegenüber steht. Sie hat Gänsehaut am ganzen Körper. „Wir blieben beide vor Schreck stehen und schauten uns in die Augen“, erzählt sie. So machte die 48-Jährige im sauerländischen Olsberg Bekanntschaft mit einem herrenlosen Känguru.

Das Beuteltier hüpft seit mehreren Tagen durch die Gegend – und durch die Gazetten. Von Medien wurde es „Skippy“ gekauft. Während Petri vor Angst stehenblieb, lief „Skippy“ nach wenigen Sekunden davon. Das Tier flüchtete über einen nahe gelegenen Friedhof und verschwand.

Unklar ist, woher das Känguru stammt. „Es ist uns ein Rätsel“, sagte ein Polizeisprecher. Weil es aus Sicht der Ordnungshüter den Straßenverkehr gefährdet, soll es möglichst schnell eingefangen werden. Danach soll es bei privaten Känguru-Haltern in Medebach unterkommen. Aus deren Bestand stammt „Skippy“ laut Polizei aber nicht. Auch ein Zirkus gastiere zur Zeit nicht in der Gegend. Ein Hobbyjäger hatte „Skippy“ bereits für ein kleines Video vor der Linse: „Das war schon ein Erlebnis der besonderen Art“, sagte er.

Großes Problem für die Polizei

Allerdings lässt sich das Tier bisher einfach nicht einfangen. „Das Känguru ist verdammt mobil, das ist ein riesiges Problem“, seufzt die Polizei. Känguru sind ziemlich schnell und sehr scheu, sagte auch Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzbund Nabu. Sie seien Pflanzenfresser und würden daher nicht gleich verhungern. Autos sind allerdings eine große Gefahr für die Tiere. Vor heimischen Wildtieren müssen sie sich dagegen nicht fürchten: „Ich denke, selbst ein Wolf hätte keine Chance“, sagt Heiermann.

„Skippy“ ist nicht das erste Känguru, das Schlagzeilen macht. Ende vergangenen Jahres war in Brandenburg ein Känguru mehrere Wochen auf der Flucht. Schließlich wurde das Tier tot aufgefunden. Immer wieder sorgen entlaufene Tiere für Rummel: Die Kuh „Yvonne“ wurde 2011 zum Medien-Star. Auf der Flucht vor dem Schlachter türmte sie bei Ampfing in Oberbayern in den Wald und ließ sich drei Monate lang nicht fangen. Erst nach einem Schuss aus einem Betäubungsgewehr konnte sie wieder eingefangen werden. Der Kaiman „Sammy“ wurde 1994 in Dormagen sogar zur „Bestie vom Baggersee“.

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