Kältester Winteranfang seit 1973 in NRW

Von: dpa
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Kälte in Köln
Mit Schal im Gesicht und Mütze auf dem Kopf geht eine Frau am Mittwoch (01.12.2010) in Köln durch die Stadt. Am kalendarischen Winteranfang herrschen in ganz Deutschland eisige Temperaturen. Foto: dpa

Köln. Der meteorologische Winteranfang lässt Nordrhein- Westfalen zittern. „Kälter war es zuletzt 1973”, sagte die Meteorologin Ortrun Roll vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Mittwoch. In der Nacht zum Mittwoch hat der DWD in Köln minus 6 Grad gemessen. In Dortmund sanken die Temperaturen auf minus 8 Grad, in Paderborn sogar auf minus 9.

„Frühestens am Wochenende kann es wieder milder werden”, sagte Roll. Die Menschen auf den Straßen haben sich zum Schutz vor der klirrenden Kälte dick eingepackt. „Wir verkaufen gerade massig Mützen, Schals und Handschuhe”, sagte eine Verkäuferin bei Karstadt in Düsseldorf. Bei den Temperaturen sei das „der Renner”. Noch seien Strickwaren vorrätig, aber wenn der Verkauf in diesem Tempo weitergehe, gebe es bald einen Engpass. Ein ähnliches Bild bot sich bei Peek & Cloppenburg in der Landeshauptstadt.

Jederzeit Glatteis möglich

Autofahrer sollten in diesen Tagen besonders wachsam sein - die Straßen können jederzeit glatt sein. Die Winterdienste haben sich gewappnet. „Wir haben aus der Streusalz-Knappheit im vergangenen Winter gelernt”, sagte Bernd Löchter, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW. In 210 Hallen des Landes lagern knapp 135.000 Tonnen Streugut. „Die sind pickepackvoll.”

Selbst wenn es wieder so heftig und viel schneit wie vergangenen Winter: Engpässe fürchtet Löchter nicht. „Wir haben diesmal schon im Sommer Streusalz bestellt und im Herbst alles gehabt.” Auch habe der Hersteller K&S nun mehr auf Lager. „Wenn wir spontan nachbestellen, müssen wir nicht aus der laufenden Produktion beliefert werden”, sagte Löchter. So bekomme der Landesbetrieb spätestens nach zwei Tagen auch größere Salzmengen.

Falls es doch knapp wird, werde man die gleiche Strategie anwenden wie im vergangenen Winter. „Dann kann eine dreispurige Autobahn eben nur auf zwei Streifen befahrbar sein. Und auf Bundesstraßen würden dann nur Strecken mit Gefälle geräumt und gestreut”, sagte Löchter. „Aber man kann ja nicht immer vom Supergau ausgehen.”

Gefährlich werden können die Temperaturen für Menschen, die auf der Straße leben. Seit Montag schickt die Stadt Köln Sozialarbeiter auf „Kältegänge”. Dabei versuchen die Streetworker, Obdachlose zu überzeugen, in einer warmen Notunterkunft der Stadt zu übernachten. Etwas Ahnliches strebt die Stadtverwaltung Münster an: Sie hat an die Münsteraner appelliert, sich telefonisch zu melden, wenn sie Obdachlose sehen.

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