JVA-Spitze bespricht sich mit Zeugen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
JVA Aachen
Außen hui, innen pfui? Im Prozess um die beiden JVA-Ausbrecher Michalski und Heckhoff berichtete erneut ein Insasse von unhaltbaren Zuständen im Knast. Foto: dpa

Aachen. „Merkwürdige Prioritäten” machen die Verteidiger der drei Angeklagten im Aachener Ausbrecherprozess aus, wenn es um die Aachener JVA geht.

Anlass: Eine JVA-Krankenschwester hat am Donnerstag ausgesagt, es habe zum Gerichtsprozess eine interne Dienstbesprechung in der Anstalt gegeben. Und zwar erst vergangenen Mittwoch - also während des laufenden Gerichtsverfahrens. Teilgenommen haben demnach neben dem stellvertretenden Anstaltsleiter jene JVA-Beamten, die noch im Prozess gegen die Ausbrecher Peter Paul Michalski und Michael Heckhoff sowie ihren Kollegen Michael K. aussagen müssen.

Bei dieser Besprechung sei unter anderem gesagt worden, dass man nur Fragen beantworten müsse, die direkt mit dem Ausbruch zu tun haben, nicht aber solche, bei denen Sicherheitsaspekte der JVA tangiert werden. Noch im März hatte die Anstaltsleitung den Bediensteten hingegen eine uneingeschränkte Aussagegenehmigung erteilt.

Zum besagten „merkwürdigen Prioritäten” sagt denn auch Michalski-Anwalt Thomas Binder gegenüber unserer Zeitung: „Es hat nach dem Ausbruch keine generellen Dienstbesprechungen über mögliche Fehler und das, was besser gemacht werden kann, gegeben. Viele Mitarbeiter kennen die Dienstvorschriften bei einem Ausbruch nicht - und Übungen gibt es offenbar auch nicht. Wohl aber macht man eine Dienstbesprechung zu Zeugenaussagen...”

Die Anwälte hatten zuletzt mehrere JVA-Beamte intensiv befragt. Sie mutmaßen, dass es nach dem Ausbruch Pannen im Ablauf gegeben hat, ohne die die Verbrecher vielleicht schnell wieder gefasst worden wären.
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