Aachen - JVA-Prozess: Sechsjähriger erleidet Trauma

JVA-Prozess: Sechsjähriger erleidet Trauma

Von: ddp-nrw
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Sicherungsverwahrung Gefängnis Haft JVA
Ein Justizvollzugsbeamter verschließt eine Gittertür hinter einem Häftling, der von einem weiteren Beamten begleitet wird. Foto: dpa

Aachen. Durch die Flucht der beiden Aachener JVA-Ausbrecher Heckhoff und Michalski hat offenbar auch ein erst sechs Jahre altes Kind ein Trauma erlitten. Der Junge sei in psychiatrischer Behandlung, erklärten am Donnerstag seine Eltern im Prozess gegen die beiden Ausbrecher vor dem Aachener Landgericht.

Der Angeklagte Peter Paul Michalski war während seiner Flucht in die Wohnung der Familie aus Mülheim an der Ruhr eingedrungen, um sich hier zu verstecken. Der 42-jährige Familienvater hatte es jedoch geschafft, den wegen Mordes verurteilten Schwerverbrecher zu vertreiben. Der Mann erklärte, dass sein kleiner Sohn die Szenerie mit ansehen musste.

Unter anderem habe der Sechsjährige gesehen, dass der fremde Mann in der Wohnung eine Pistole bei sich gehabt habe. Seitdem habe das Kind Angst, wenn es an der Tür klingele. Wie lange er noch in therapeutischer Behandlung bleiben müsste, sei unklar.

Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski waren Ende November 2009 aus der JVA Aachen ausgebrochen. Auf ihrer Flucht hatten sie in Köln, Essen und Mülheim mehrere Geiseln genommen. Heckhoff war am vierten Tag der Flucht in Mülheim an der Ruhr gefasst worden, sein Komplize Michalski zwei Tage später auf einem Fahrrad in Schermbeck am Niederrhein.

Jetzt im Prozess wird den beiden Schwerverbrechern Menschenraub, Erpressung und Geiselnahme zur Last gelegt. Der mitangeklagte JVA-Bedienstete muss sich unter anderem wegen Gefangenenbefreiung und Bestechlichkeit verantworten. 17 Verhandlungstage sind angesetzt, das Urteil soll Mitte Juli verkündet werden.

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