JVA-Prozess: Michalski verhandlungsfähig

Von: dpa
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Peter Paul Michalski JVA
Lange Isolationshaft hinterlässt Spuren: Der im JVA-Prozess angeklagte Peter Paul Michalski (im Vordergrund) kann dem Prozess nur schwer folgen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Aachener Ausbrecher-Prozess kann wieder Fahrt aufnehmen. Gutachter stellten am Donnerstag vor dem Landgericht die Verhandlungsfähigkeit des Schwerverbrechers Peter Paul Michalski fest.

Die lange Einzelhaft mit scharfen Sicherheitsauflagen habe ihm nicht geschadet. Michalski und sein Komplize Michael Heckhoff waren im November letzten Jahres aus dem Aachener Gefängnis ausgebrochen. Ein Vollzugsbeamter hatte ihnen geholfen und steht deshalb nun ebenfalls vor Gericht. Die beiden Ausbrecher hatten vorübergehend sieben Geiseln genommen.

Bis zu den Gutachten hatte das Gericht mit Rücksicht auf Michalski nur wenige Stunden am Tag verhandelt. Dadurch zog sich der Prozess in die Länge. Die Anwälte ließen die Verhandlungsfähigkeit Michalskis prüfen. Ihr Mandant leide wegen der langen Einzelhaft mit scharfen Auflagen unter Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen und könne der Verhandlung nur eingeschränkt folgen, argumentierten sie.

Die Gutachter stellten nun jedoch fest, dass Michalski dem Prozess sehr wohl folgen könne. Er habe zwar Wortfindungsstörungen, wahrscheinlich bedingt durch fehlende Gespräche. Aber es gebe keine Einschränkung seiner Intelligenz und Konzentration. Die Experten stellten auch keine Traumatisierung oder einen Realitätsverlust fest.

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