Düsseldorf - JVA: Ex-Sicherungsverwahrte wollen wieder in den Knast

JVA: Ex-Sicherungsverwahrte wollen wieder in den Knast

Von: dpa
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Reform der Sicherungsverwahrung beschlossen
Ein Insasse einer Justizvollzugsanstalt. Foto: dpa

Düsseldorf. Einige der kurzfristig aus der Sicherungsverwahrung freigelassenen Straftäter wollen offenbar wieder zurück in den Knast. „Der eine oder andere meldet sich hier und sagt: „Wenn ich das alles gewusst hätte, wäre ich wohl besser drinnen geblieben””, erklärte der Leiter der JVA, Michael Skirl, am Freitag.

In NRW seien in den vergangenen Monaten rund 15 Straftäter freigekommen, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine rückwirkenden Verlängerung für Sicherungsverwahrung für unzulässig erklärt hatte.

Androhung neuer Straftaten

Einer dieser Freigelassenen habe indirekt mit der Begehung neuer Straftaten gedroht: „Muss ich denn was tun, um wieder unter eure Fittiche zu kommen”, zitierte Skirl den Mann, der seinen ehemaligen Werkmeister im JVA-Betrieb angerufen habe. Wie viele sich insgesamt zurück hinter Gitter wünschen, konnte Skirl aber nicht sagen.

Das Justizministerium reagierte prompt: Es gebe zwar kein Recht auf Knast, aber man wolle die Möglichkeit eröffnen, „im Einzelfall vorübergehend zur Intervention in einer aktuellen Krise” zurück in die Zelle nach Werl zu kommen. „Das wird im Einzelfall geprüft”, sagte Ministeriumssprecherin Andrea Bögge. Dies sei aber keine Einladung an alle entlassenen Strafgefangenen, die in Freiheit Probleme haben und sich „an ihre alte Heimat” erinnern.

Reizüberflutung und Integrationsschwierigkeiten

„Es ist verständlich, dass die Freigelassenen nach zum Teil mehr als 25 Jahren hinter Gittern nicht so gut klarkommen”, sagte der JVA- Leiter. Die Ex-Insassen berichten ihm zufolge, dass ihnen das Geld durch die Finger rinne. Sie seien auch überfordert mit einer „Reizüberflutung”.

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