JVA-Ausbruch: Abschied von den Geiseln per Handschlag

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Peter Paul Michalski JVA
Lange Isolationshaft hinterlässt Spuren: Der im JVA-Prozess angeklagte Peter Paul Michalski (im Vordergrund) kann dem Prozess nur schwer folgen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die beiden in Aachen ausgebrochenen Schwerverbrecher haben mit zwei ihrer Geiseln diskutiert, wie es weitergehen soll. Peter Paul Michalski (46) und Michael Heckhoff (51) hatten ein Essener Ehepaar zehn Stunden lang in ihrer Gewalt.

Zu viert hätten sie beratschlagt, „wie die Sache friedlich zu Ende gehen könnte, für uns alle”, erinnerte sich die Frau am Montag vor dem Aachener Landgericht. Zum Schluss hätten sich die Schwerverbrecher per Handschlag von ihnen verabschiedet. Die Verbrecher waren im November mit Hilfe eines Vollzugsbeamten aus der JVA Aachen ausgebrochen. Auf ihrer Flucht hatten sie sieben Geiseln genommen.

In Essen waren sie durch ein offenes Fenster in das Haus des Paares eingestiegen, um sich zu wärmen, auszuruhen und sich für die weitere Flucht zu stärken. Beide Ausbrecher hätten sich während der über zehnstündigen Geiselnahme mehrfach bei ihnen entschuldigt, sagten die Eheleute. „Ich hatte den Eindruck, man kann sich auf die beiden verlassen und sie sind lenkbar, so lange sie nicht mit dem Rücken zur Wand stehen”, sagte der Mann. Lediglich als der Postbote klingelte, hätten Heckhoff und Michalski zu den Waffen gegriffen.

Wie abgesprochen seien die Verbrecher bei einbrechender Dunkelheit mit ihren Geiseln im Auto des Paares weggefahren. Für das Ehepaar begann eine Zeit der Angst. „Heckhoff und Michalski saßen hinter uns und wir konnten nicht einschätzen, was da auf uns zukommt. Wäre die Polizei aufgetaucht, wäre die Sache vielleicht nicht so glimpflich ausgegangen”, meinte die Frau.

Bei Mülheim verabschiedeten sich Heckhoff und Michalski per Handschlag von den Geiseln. Die alarmierten nach rund 15 Minuten die Polizei. Sie hätten die Geiselnahme gut verkraftet und seien nicht traumatisiert, sagten die Eheleute.
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