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Junger Kölner Sänger Maxim wirbelt „Staub” auf

Von: Julia Wäschenbach, dpa
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Maxim Sänger KÖln
Maxims Debüt-Album „Staub“ erscheint am 31. Mai. Foto: dpa

Köln. Maxim trinkt Minztee, von Kaffee kriegt er Bauchschmerzen. Vor ein paar Wochen ist der Sänger 31 Jahre alt geworden. Höchste Zeit, berühmt zu werden. „Ich fühle mich nicht alt”, sagt Maxim, graue Schiebermütze, ernster Blick, „aber es ist eben so: Ich muss mit dieser Platte rocken.” Sieht gut aus: Bei seinem vierten Album hat Maxim mit Warner Music zum ersten Mal einen Branchenriesen an seiner Seite.

Auf drei Alben steht sein Name schon, „Staub” steht von Freitag an in den Plattenläden, dazwischen war viel Zweifeln. „Guck mal, wie viele Leute sich bei einer Castingshow anmelden”, sagt er. „Die denken alle, sie hätten das Zeug, ein Star zu werden. Und so lange du nicht von der Musik leben kannst, denkst du, du bist einer von denen.” Siehe Track Zehn: „Meine Zweifel und ich, wir sind ein traumhaftes Paar.”

Maxim kann noch nicht lange von der Musik leben. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden - auch musikalisch - brauchte der Junge aus Thomasberg bei Bonn eine Weile, um sein Selbstbild und das Bild, das andere von ihm hatten, mit der Wirklichkeit abzugleichen: „Das war wie ein Foto von mir selbst, das ich scharf stellen musste.” Auf seiner neuen Platte ist ihm das gelungen, findet er (erste Single: „Meine Soldaten”).

„Staub” ist nichts zum Zurücklehnen. Auch wenn Maxims leicht rauchige Stimme und die bedächtigen Melodien das vorgaukeln. „Es ist traurig und ernst, und das Schlimmste daran ist für die meisten Leute, dass es nicht verklärend oder romantisch ist”, sagt der Sänger, der mit Nachnamen Richarz heißt.

Was er singt, ist eher beklemmend: „Ich ergebe keinen Sinn, ich bin ein Anker, der nicht sinkt, eine Säule, die nichts stützt, (...) ein Pfennig ohne Glück.” Hoffnung? Fehlanzeige. „Ich bin ein Feind von Motivationsliedern: Schön ans Wir-Gefühl appellieren, Kopf hoch, wir hissen die Segel und so ein Gedöns - das brauche ich echt nicht.”

Maxim verarbeitet Gefühle, die ihn selbst quälen. „In der Phase, in der ich das Album geschrieben habe, hatte ich Last, viel Last.” Gleichzeitig malt er das Psychogramm einer Generation. Seiner Generation. Die sich verloren fühlt, weil sie immer auf der Suche ist. Unfassbar viele Möglichkeiten hat. Zweifelt.

Maxim bringt das auf den Punkt, nicht jammernd, nur beschreibend. „Das Glück steht vor dir an der Straße und hält den Daumen raus”, singt er. Aber er nimmt es nicht mit, rauscht an ihm vorbei. Seine Bilder schneiden direkt ins Fleisch, weil sie sich abheben. „Du darfst nicht die gleichen Gedanken und Wörter benutzen, die jeder selbst im Kopf hat”, sagt Maxim. „Das hilft ihm nicht weiter. Du musst es so formulieren, wie jemand anders es nicht getan hätte.”