Jugendkriminalität in der Region geht stark zurück

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Jugendkriminalität
Seit 2011 ist die Zahl der Delikte von Jugendlichen in der Region um fast 30 Prozent gesunken. Foto: dpa

Aachen. Dass eine Staatsanwaltschaft einen Rückblick auf das vorangegangene Jahr mit einer positiven Nachricht beginnt, ist ungewöhnlich, meist sind die Mitteilungen der Ermittlungsbehörden eher unerfreulich. Doch der neue Leiter der Aachener Staatsanwaltschaft, Helmut Hammerschlag, erklärte am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz, dass die Jugendkriminalität stark rückläufig ist.

Nicht nur in Aachen, sondern im gesamten Landgerichtsbezirk, der die Städteregion Aachen, den Kreis Düren und Teile der Kreise Heinsberg und Euskirchen umfasst.

Hammerschlag glaubt, dass es sich nicht um eine Art statistischen Unfall handelt, sondern „die Fallzahlen sinken seit 2011: Das ist ein eindeutiger Trend“, sagte er. Zwar hatten die Staatsanwälte 2013 immer noch 13.577 Delikte jugendlicher Straftäter zu bearbeiten, doch das sind fast 30 Prozent weniger als noch 2011 (19172 Delikte).

Die Entwicklung ist nach Auffassung Hammerschlags keine zufällige: Sie sei erstens natürlich der demografischen Entwicklung geschuldet, zweitens aber vor allem das Ergebnis intensiver Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Jugendkommissariate der Polizeibehörden ermitteln einerseits gezielt gegen kriminelle Jugendliche, anderseits betreuen sie besonders die Jugendlichen, die Gefahr laufen, zu Schwerkriminellen zu werden, machen Kursangebote, stellen psychologische Betreuer oder ähnliches zur Verfügung. Ein wesentlicher Erfolg sei, dass „die Polizisten in den Jugendkommissariaten ihre Pappenheimer kennen“, wie etwa die Aachener Polizeipräsidium am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte.

Hammerschlags Vorgängerin bei der Staatsanwaltschaft Aachen, Elisabeth Auchter-Mainz, hatte 2009 das Modell „Staatsanwalt vor Ort“ eingeführt. Diesem Modell zufolge bearbeitet ein Staatsanwalt alle Jugendstraftaten innerhalb eines festgelegten Bezirks. So wird es möglich, dass der Staatsanwalt die kriminelle Karriere einiger Jugendlicher kontinuierlich begleitet und besser auf diese Jugendlichen eingehen kann als ein anderer Staatsanwalt, der zum ersten Mal mit ihnen zu tun hat, sagte Hammerschlag.

Denn: „Es gibt zwar nur wenige kriminelle Jugendliche, die aber begehen viele Straftaten.“ Die Zahl schwerkrimineller Jugendlicher in der Region bezifferte Hammerschlag mit „etwa 80“.

In der sinkenden Jugendkriminalität liegt vor allem eine Hoffnung für die Zukunft: Weniger Jugendstraftäter heute könnten künftig weniger Straftäter im Erwachsenenalter bedeuten, glaubt Hammerschlag.

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