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Jugendherbergs-Projekt auf Vogelsang gescheitert

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
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Landet im Papierkorb: Der Siegerentwurf für die Jugendherberge und das Jugendwaldheim auf Vogelsang. Grafik: Hascher + Jehle

Schleiden. Ein Großprojekt auf Vogelsang ist gescheitert: Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) wird die bereits fertigen Pläne zu einer Jugendherberge und einem Jugendwaldheim auf dem Gelände der ehemaligen NS-Ordensburg nicht realisieren.

 Das beschloss der Vorstand des DJH-Landesverbands Rheinland auf seiner letzten Sitzung am 15. Dezember, wie eine DJH-Sprecherin unserer Zeitung am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Da weder das Wirtschaftsministerium noch die Denkmalpflege bereit seien, bereits gemachte finanzielle Zusagen einzuhalten, seien die jahrelangen Bemühungen gescheitert. Die Verantwortlichen auf Vogelsang seien darüber am 17. Dezember schriftlich informiert worden.

Auf Anfrage unserer Zeitung sagte Thomas Fischer-Reinbach, Geschäftsführer der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang, demgegenüber zu dem 15-Millionen-Euro-Projekt am Donnerstag: „Da ist noch nichts entschieden. Da sind wir immer noch dran.“ Wie die Standortentwicklungsgesellschaft auf eine solche Einschätzung der Lage kommt, ist dem DJH schleierhaft. „Es handelt sich um einen definitiven Beschluss des Vorstandes, der mitgeteilt wurde“, sagte die Sprecherin.

Mit dieser Entscheidung gegen den Standort Vogelsang hat nun jedenfalls die nur vier Kilometer entfernte Jugendherberge in Gemünd Bestandssicherheit. In die zweitälteste Jugendherberge im Rheinland – sie wird seit 1929 betrieben – ist nach Angaben der DJH-Sprecherin seit Jahren wegen der offenen Situation auf Vogelsang nicht investiert worden. Das soll sich nun massiv ändern. Der Landesverband will laut DJH-Sprecherin „kurzfristig“ ein neues räumliches und inhaltliches Konzept für das alte Haus erstellen.

Das DJH hatte bereits viel in das Projekt auf Vogelsang investiert. Schon vor Jahren waren fertige Pläne für eine Jugendherberge mit 200 Plätzen und ein Jugendwaldheim mit 60 Plätzen vorgelegt worden, die auch ein denkmalgeschütztes Gebäude auf dem Gelände einbezogen hätten. Eine Finanzierungslücke von vier Millionen Euro sollte über Fördergelder aus einem EU-Fonds gedeckt werden.

Doch dann nahm das Landeskabinett 2011 die Jugendherberge aus dem Gesamtmaßnahmenpaket für Vogelsang heraus, damit die Gesamtinvestitionssumme nicht die 50-Millionen-Euro-Marke überschritt. Der Landesrechnungshof hatte zuvor darauf hingewiesen, dass es sich ab dieser Größenordnung um ein EU-Großprojekt handeln könnte. Dann hätte ein völlig neues Genehmigungsverfahren eingeleitet und das Projekt von der EU genehmigt werden müssen.

Dieses Problem wurde mit der Herausnahme des DJH-Projekts umschifft. Die Bauarbeiten für das Forum Vogelsang konnten beginnen, dessen Kosten inzwischen von den veranschlagten 35,1 Millionen Euro auf 43,2 Millionen gestiegen sind. Der Landesverband Rheinland reagierte damals enttäuscht auf dieses Vorgehen. Später standen die Fördergelder aus dem EU-Fonds nicht mehr zur Verfügung – und andere Töpfe wurden offenbar nicht gefunden.

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