Jürgen Beckers: Nonstop Pointen aus dem Alltag

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
jürgen beckers
Jürgen Beckers feierte Premiere mit seinem neuen Hausmann-Programm „Nääää, dat jibt et jar nit!”.

Aachen. Jürgen Beckers, alias Jürgen B. Hausmann, hat vor 1600 Zuschauern im Aachener Eurogress Premiere mit seinem neuen Programm „Nääää, dat jibt et jar nit!” gefeiert. Gefeiert? Nein.

Es war eine Sause. Ein Pointen-Nonstop aus dem Alltag, in dem sich sein - je nachdem - quietschendes, brüllendes, zumindest aber immer schmunzelndes Publikum selbst wiederfand. Aber fangen wir doch von vorne an.

Da steht ein Künstler über zwei Stunden auf der Bühne, zumeist auf einem einzigen Quadratmeter, und verzichtet auf alles, was das moderne Unterhaltungsgeschäft hergibt. Keine Requisite (nicht einmal Hündchen Hector, von dem er sich lossagte), kein Kostüm, kein Techno-Effekt, keine Verfremdung.

Aber mit einem Keyboarder an seiner Seite, der ihm ein kongenialer musikalischer Partner ist: Mit Harald Claßen stimmt Beckers zwischenzeitlich immer wieder Ohrwürmer an, zu denen unter anderem frei nach Udo Jürgens „A-ber bit-te mit Frit-ten” gehört.

Ansonsten im Fokus des parodistischen Geschehens: nur er allein, der Wortverdreher, der Wortspieler, der Festredner des Absurden. Nur er, der gänzlich unspektakuläre Oberstudienrat (Griechisch und Latein) im Outfit des deutschen Durchschnittsbürgers (Krawatte mit Streifen, später schwarze Fliege, Anzug, Brille).

Jürgen B. Hausmann verknüpft seine Kunst mit der ständigen Einladung, sich mit ihm zu iden- tifizieren. Der Mann mit dem Harmlos-Blick konstruiert keine Gags, sondern parodiert Wirklichkeit.

Nach einem etwas schleppen- den Beginn zündet schließlich sein Lästern über die „lieben Nachbarn”, er analysiert die Befindlichkeit einer Beziehung am Klingelton des Handys, entlarvt „seine” Schülerszene („Ist Cäsar schon tot? Das stand doch gar nicht in der Zeitung!”), rümpft über das anstehende Hochzeitsessen von Prinz William und seiner Kate die Nase („Königsrolle oder Royal TS?”), um dann zu dem Schluss zu kommen: „Am besten Sauerbraten. Aber nicht vom Pferd, weil Camilla ja auch dabei ist.”

Die Menschen hängen an den Lippen des 46-Jährigen, der sie da mit langsamer, dosierter, aber umso gezielter Körpersprache in seinen Bann zieht. Die Hände an der Hosennaht baumelnd, vor dem (leichten) Bauch gefaltet, die Arme im rechten Winkel zum Oberkörper. Jede Bewegung korrespondiert mit seinem zugespitzten Nonsens.

Jürgen B. Hausmann stellt seine „Lieblingskollegen” vor („der Herr Diplom-Futtloch”), er erleidet einen Spieleabend in der Familie bei „Mensch, ärgere dich nicht” - ausgerechnet mit dem verhassten Schwager. Hausmann inszeniert ein Candlelight-Dinner mit seiner Frau, das so absurd verläuft, dass er am Ende den unschuldigen Kerzenständer entnervt als „Armleuchter” beschimpft - und völlig betrunken die Flammen ausbläst.

Pisselsobsttüten

Schließlich entführt der genaue Interpret rheinischen Wortunsinns („du bist am Ein-Am-Dusselen”) sein Publikum zum Einkauf in einen Supermarkt, wo er zunächst den Kampf „mit den Pisselsobsttüten” führt, um dann festzustellen: „Wenn man sich dort einmal umdreht, ist die Frau weg.”

Einmal habe er sie sogar ausrufen lassen. Was Hausmann heute zutiefst bedauert: „Da haben die doch glatt durchgesagt, ,der kleine Jürgen wartet bei den Äpfeln.” Noch schlimmer war da nur der Moment, in dem er an der Kasse feststellen musste, „dass ich die Tomaten nicht gewogen hatte”. Den Rückweg, entlang an der wartenden Schlange, hat er in genauer Erinnerung: „Ich blickte nur in Killeraugen.”

Die Show (Regie Claus Schmitz) erlaubte dem Publikum ein Schmunzeln bis ins Parkhaus. Jürgen Beckers alias Jürgen B. Hausmann, bald auch Moderator der Fernsehsitzung „Wider den tierischen Ernst”, wird sich seines weiteren Aufstiegs in der deutschen Komiker-Szene kaum erwehren können.

Weitere Auftritte von Jürgen Beckers mit „Nääää, dat jibt et jar nit!” folgen in der Region. Die Termine dieses Jahres: Alsdorf: 5. Dezember (ausverkauft), 6., 7. und 8. Dezember, Stadthalle; Monschau-Höfen: 10. Dezember, Gemeinschaftshalle; Erkelenz: 15. Dezember, Stadthalle.

Karten gibt es in der Servicestelle unserer Zeitung in Aachen, Buchkremerstraße, und im Verlagsgebäude des Zeitungsverlages, Dresdener Straße 3 (Parkmöglichkeit), sowie in allen Vorverkaufsstellen unserer Zeitung. Reservierungen und Vorbestellungen sind telefonisch leider nicht möglich.

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