Jülichs radioaktiver Abfall darf in Ahaus aufbewahrt werden

Von: Volker Uerlings
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Ein Teil der 152 Castoren im Zwischenlager Jülich. Foto: Archiv/vpu

Jülich. Die 152 Castorbehälter mit hochradioaktiven Abfällen aus dem Zwischenlager Jülich dürfen im Zwischenlager Ahaus (Münsterland) aufbewahrt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat diese Aufbewahrungsgenehmigung der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) nach Paragraph 6 des Atomgesetzes erteilt, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es kurzfristig auch zur Verlagerung der gelben Fässer kommt, obwohl die Genehmigung des Jülicher Lagers bereits am 30. Juni 2013 endete und das NRW-Wirtschaftsministerium als Aufsichtsbehörde im Juli 2014 die „unverzügliche“ Entfernung der Brennelemente angeordnet hat.

Um dieser Anordnung nachzukommen, verfolgt der Besitzer des Atommülls, die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN), drei mögliche Szenarien: Die Brennelemente werden in die USA transportiert, nach Ahaus verlagert, oder in Jülich wird ein neues Zwischenlager gebaut. Wenn die Behälter nach Ahaus rollen sollen, ist dazu auch noch eine Transportgenehmigung laut Atomgesetz zwingend erforderlich.

Sie wurde beantragt, die Entscheidung steht aber seit Jahren aus. In diesen Prozess fließen möglicherweise aktuelle Entwicklungen ein. Nach Informationen, die unserer Zeitung vorliegen, werden zurzeit in Berlin die Sicherheitsvorkehrungen gegen „Störmaßnahmen und sonstige Einwirkungen Dritter“ in sensiblen Anlagen, aber auch beim Transport gefährlicher Güter überarbeitet. Gemeint sind natürlich Gefahren durch terroristische Akte. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen erheblich verschärft werden.

„Die Aufbewahrungsgenehmigung ist der erste Meilenstein in der Option Ahaus“, sagte Jörg Kriewel, Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen. „Aber das hat nicht zur Folge, dass wir auch nach Ahaus fahren. Es werden weiter alle drei Optionen geprüft.“

Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ zeigte sich von der Entscheidung des BfS überrascht und kündigte Widerstand an, sollten Atommülltransporte aus Jülich anrollen. Die in Rede stehenden Brennelemente stammen aus dem Versuchsreaktor AVR, der auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich bis 1988 betrieben wurde.

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