Jülich - Jülicher Atommüll weiter ohne Genehmigung

Jülicher Atommüll weiter ohne Genehmigung

Von: Christian Rein
Letzte Aktualisierung:
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Castor-Behälter stehen am Donnerstag (21.01.2010) im Forschungszentrum (FZ) Jülich in einer Lagerhalle. 152 Castoren mit Müll aus dem stillgelegten Atomversuchsreaktor Jülich sollen in den nächsten Jahren ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden. Das Antragsverfahren läuft, einen Zeitplan gibt es noch nicht. Die Castoren mit dem hochgefährlichen Material müssen bis zum 30. Juni 2013 aus Jülich verschwunden sein. Foto: Oliver Berg dpa/lnw (zu dpa/lnw: Jülicher Atommüll: «Ahaus ist die bequeme Lösung») +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Oliver Berg dpa/lnw (zu dpa/lnw: Jülicher Atommüll: «Ahaus ist die bequeme Lösung») +++(c) dpa - Bildfunk+++

Jülich. Die 152 Castorbehälter mit Atommüll werden vorerst weiter ohne Genehmigung am Forschungszentrum Jülich (FZJ) lagern. Das FZJ schafft es nicht, bis zum 31. Dezember eine neue Erlaubnis für die weitere Aufbewahrung der 288161 hoch radioaktiven Brennelement-Kugeln aus dem ehemaligen AVR-Versuchsreaktor durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu erwirken.

Das teilte das Forschungszentrum am Mittwoch nach einer Sitzung des FZJ-Aufsichtsrats mit. Die alte Genehmigung war am 30. Juni dieses Jahres abgelaufen. Derzeit lagern die Castorbehälter nur auf Grundlage einer Anordnung der Atomaufsichtsbehörde, des NRW-Wirtschaftsministeriums, am FZJ. Dabei handelt es sich um ein juristisches Hilfskonstrukt, das zeitlich bis zum Jahresende befristet ist. Ursprünglich hatte das FZJ beabsichtigt, bis dahin eine ordentliche Genehmigung zu erhalten. Wie das NRW-Wirtschaftsministerium auf Anfrage mitteilt, werde derzeit „vorsorglich“ eine weitere aufsichtliche Anordnung vorbereitet. Wie lange eine neue Anordnung befristet sein soll, könne aber derzeit noch nicht gesagt werden. „Das Atomgesetz sieht keine Mindest- oder Maximaldauer für Anordnungen vor“, heißt es im Ministerium

Zur Begründung, warum derzeit noch keine Genehmigung erteilt werden kann, teilt das BfS auf Anfrage unserer Zeitung mit: „Nach wie vor hat das FZJ wesentliche Unterlagen zum Nachweis der Sicherheit des Zwischenlagers in Jülich nicht eingereicht. Daher ist eine positive Bescheidung des Antrags des FZJ zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.“ Demnach geht es vor allem um den Nachweis der Erdbebensicherheit, für den „noch Baugrunduntersuchungen durchzuführen sind“.

Beim FZJ heißt es indes, „dass als Voraussetzung für die Erteilung einer Genehmigung zusätzliche bauliche Maßnahmen erforderlich sind“. Dabei soll es nach Informationen unserer Zeitung besonders um den Schutz vor Flugzeugabstürzen gehen. Diese Baumaßnahmen könnten erst im Jahr 2014 beendet werden, teilt das FZJ mit.

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