Jülicher Atomkugeln sollen nur zurück ins Herkunftsland

Von: Christian Rein
Letzte Aktualisierung:
Castor Atommüll Jülich
152 Castor-Behälter werden derzeit am Forschungszentrum Jülich gelagert. Foto: Volker Uerlings

Jülich. Der Jülicher Atommüll ist nicht von einer Änderung des Atomgesetzes betroffen, die Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) derzeit vorbereitet. Demnach soll deutscher Atommüll künftig für eine Endlagerung auch in andere EU-Staaten oder in Drittländer wie etwa Russland verbracht werden dürfen.

Grundlage ist eine EU-Richtlinie, die allerdings vor allem für Länder gedacht ist, die keine geologischen Gegebenheiten haben, um selbst ein Endlager zu bauen. Aus einer Antwort des Forschungszentrums Jülich (FZJ) auf eine Anfrage unserer Zeitung geht hervor, dass die auf dem FZJ-Gelände lagernden 152 Castorbehälter mit 288.161 Brennelement-Kugeln aus dem ehemaligen AVR-Versuchsreaktor nicht von einer solchen Änderung des Atomgesetzes betroffen sind.

Gleichwohl prüft das FZJ derzeit einen Transport der Brennelement-Kugeln in die USA, woher der Kernbrennstoff ursprünglich stammt. Basis dafür ist das internationale Non-Proliferationsabkommen, mit dem eine unkontrollierte Verbreitung von radioaktivem Material verhindert werden soll. Gemäß dieses Abkommens kann bestrahlter Kernbrennstoff aus Forschungsreaktoren grundsätzlich in das Herkunftsland zurückgegeben werden.

„In der Vergangenheit sind in Deutschland bereits wiederholt Transporte von abgebrannten Brennelementen aus Forschungsreaktoren in das Herkunftsland des Kernbrennstoffs genehmigt und durchgeführt worden“, heißt es aus dem FZJ. „Überlegungen, die AVR-Brennelemente in ein anderes Land zu transportieren als die USA, existieren nicht.“ Im vergangenen Sommer hatte zum Beispiel das Helmholtz-Zen­trum in Geesthacht bei Hamburg mitgeteilt, dass die letzten Brennelemente aus dem 2010 stillgelegten GKSS-Forschungsreaktor zurück zum amerikanischen Lieferanten gebracht worden seien. „Diese Routinetransporte gab es schon im laufenden Betrieb alle zwei Jahre“, sagte ein Sprecher seinerzeit.

Die Anlage in Geesthacht hatte Wissenschaftlern mehr als 50 Jahre lang zunächst zur Entwicklung von Atomantrieben auf Schiffen und dann als Neutronenquelle für die Materialforschung gedient.

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