Jagdfeld wegen Untreue angeklagt

Von: Marlon Gego
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Der Aachener Immobilienspekulant Anno August Jagdfeld wird sich in den nächsten Monaten vor dem Landgericht Aachen verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat gegen Jagdfeld und fünf seiner Mitarbeiter Anklage wegen Untreue in fünf Fällen erhoben. Foto: imago/Jens Koehler

Aachen. Der Aachener Immobilienspekulant Anno August Jagdfeld wird sich in den nächsten Monaten vor dem Landgericht Aachen verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat gegen Jagdfeld und fünf seiner Mitarbeiter Anklage wegen Untreue in fünf Fällen erhoben.

Den Angeklagten droht eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft. Ebenfalls angeklagt ist einer von Jagdfelds Söhnen, dem Beihilfe zur Untreue vorgeworfen wird. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte das Aachener Landgericht.

Jagdfeld, 65, ist unter anderem Geschäftsführer des Fundus-Fonds 31, dessen 4300 Anteilseigner 1994 das Hotel Adlon in Berlin für 380 Millionen Euro gekauft, renoviert und ausgebaut haben. Jagdfeld soll als Geschäftsführer und Vertreter seine 4300 Anleger auf Mieteinnahmen gegenüber der Adlon Holding GmbH verzichtet haben, die sein Sohn Julius leitet. Die Holding betreibt im Adlon Restaurants, eine Weinhandlung, eine Bar und den China-Club. Angeblich weil die Holding kaum Umsatz machte, soll Jagdfeld als Geschäftsführer des Fonds zwischen 2009 und 2011 auf 7,7 Millionen Euro Miete verzichtet und so seinen Anlegern vorenthalten haben.

In zwei Fällen soll Jagdfeld der Holding 2008 zu Unrecht Schadenersatzansprüche gewährt haben. Die Holding gab an, durch Bauarbeiten Umsatzausfälle zu erleiden, weshalb Jagdfeld aus dem Vermögen des Fonds 31 insgesamt 1,3 Millionen Euro an die Holding seines Sohnes zahlte. Doch die Staatsanwaltschaft bezweifelt, dass überhaupt Schadenersatzansprüche bestanden haben, so dass Jagdfeld auch in diesen Fällen das Geld seiner Anleger veruntreut hätte.

In einem weiteren Fall soll Jagdfeld für einen Zinsschaden in Höhe von 14 Millionen Euro verantwortlich sein, der seinen Anlegern entstanden ist. Die Anklageschrift umfasst nach Informationen unserer Zeitung mehr als 200 Seiten. Auf Anfrage wies Jagdfeld am Dienstag alle Vorwürfe zurück.

Jagdfeld betreibt einige der spektakulärsten Immobilienprojekte der Republik, allerdings haben sich die meisten Projekte nicht wie versprochen entwickelt. Erst kürzlich meldete das Grand Hotel Heiligendamm (Fundus-Fonds 34) Insolvenz an, die 1900 Investoren werden insgesamt 127 Millionen Euro verlieren. Ähnlich erging es bereits den Anlegern etwa der Gutenberg-Galerie in Leipzig (Fundus-Fonds 29) und der Plaza Frankfurter Allee in Berlin (Fundus-Fonds 28). Von den Fonds, die nicht pleitegegangen sind, haben nach Recherchen des „Manager Magazins” fast alle an Wert verloren.

Auch privat laufen Jagdfelds Geschäfte nicht mehr. Die im Familieneigentum befindliche Luxusimmobilie Quartier 206 an der Berliner Friedrichstraße, die unter anderem ein Kaufhaus und eine Privatklinik beherbergt, steht unter Zwangsverwaltung. Auf der Immobilie lasten 144,8 Millionen Euro Schulden.
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