Jäger demonstrieren in Düsseldorf gegen neues Jagdrecht

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Düsseldorf. Die Jäger in NRW sind einander nicht grün, jedenfalls nicht bei den Plänen für das neue Jagdrecht.

Eine Minderheit will dagegen demonstrieren, während der Landesjagdverband auf Gespräche setzt. Mehrere hundert Jäger wollen an diesem Samstag vor dem Düsseldorfer Landtag gegen eine Reform des Jagdrechts demonstrieren. Für die Kundgebung seien rund 1000 Teilnehmer von einer Privatperson angemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Umweltverbände und Tierschutzorganisationen planen eine Gegenveranstaltung vor dem Parlament und wollen später durch die Innenstadt ziehen. Hintergrund sind geplante Änderungen des Jagdgesetzes in Nordrhein-Westfalen. Ein Sprecher des Umweltministeriums sagte, das derzeitige Jagdgesetz basiere auf 50 bis 100 Jahre altem Recht und müsse zeitgemäßer gestaltet werden. Tierschutz- und Umweltaspekte sollten gestärkt werden. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) habe sich aber inhaltlich noch nicht positioniert. „Es gibt weder ein Eckpunktepapier noch einen Referentenentwurf, geschweige denn einen Gesetzentwurf”, betonte der Ministeriumssprecher.

Bereits 2011 habe es einen Dialog mit Jägern, Tierschutz- und Umweltverbänden gegeben. Zu einer Reform könne auch eine Reduzierung der jagdbaren Arten gehören. Remmel werde in diesem Jahr Eckpunkte vorlegen - und 2013 solle breit diskutiert werden. Ein neues Gesetz könne 2014 oder 2015 in Kraft treten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) forderte zahlreiche Änderungen: „Jäger töten in NRW jährlich 50.000 Füchse zwecks Tollwutbekämpfung, dabei ist die Tollwut durch den Einsatz von Impfködern längst ausgeschaltet worden”, kritisierte Vize-Landeschef Holger Sticht laut Mitteilung. Gefährdete Arten wie Fischotter, Haselhuhn oder Waldschnepfe dürften nicht weiter dem Jagdrecht unterliegen.

Der Landesjagdverband NRW - in ihm sind mit 65.000 Mitgliedern rund 75 Prozent des Jäger organisiert - distanzierte sich von der angekündigten Jäger-Demo. Sie könne das Gesprächsklima verschlechtern, sagte Pressesprecher Andreas Schneider. Der Minister habe Gespräche angeboten - und der Jagdverband wolle in „eine sachliche Diskussion” einsteigen.
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