Aachen - Investiturfeier des Ritterordens vom Heiligen Grab in Aachen

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Investiturfeier des Ritterordens vom Heiligen Grab in Aachen

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
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Ermahnung, Berührung durch das Schwert, Ritterkreuz und Entgegennahme der Urkunde: Kardinal Reinhard Marx bei der Investiturfeier des Ritterordens vom Heiligen Grab in Aachen. Foto: Stephan Rauh

Aachen. „Ritterorden“ – das Wort prangt dort auf einer imponierenden Flotte von Gelenkbussen, wo sonst die Zielorte der Busse digital angezeigt werden. Die Verwunderung der Passanten in Aachen ist groß. Ritter? Nein, es handelt sich nicht um eine Veranstaltung für karnevalistische „Ordensritter“.

Wer am Wochenende in der Nähe des Doms unterwegs war, hatte an der Besonderheit dieser Versammlung keinen Zweifel, denn hier formierten sich zur Prozession die Herren im weißen Rittermantel mit rotem Jerusalemkreuz und schwarz-samtenem Barett sowie die Damen mit schwarzem Mantel und einem Spitzenschleier.

Gäste aus aller Welt

Rund 850 Mitglieder, darunter Gäste aus Ungarn, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Belgien und Israel des weltweit agierenden päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, trafen sich zur Frühjahrsinvestitur im Aachener Dom, wo die Sitzplätze extrem knapp wurden.

Gastgeber waren die Rheinisch-Westfälische Provinz unter ihrem Statthalter Heinrich Dickmann, dem Präsidenten für Rheinland-Westfalen, Hans-Dieter Voß, und Hans Mülders, der die Komturei Carolus Magnus Aachen leitet. Nach dem Bekenntnis zu Glauben und Wohltätigkeit sollten den Ritterschlag im Rahmen einer opulenten Messfeier 19 Männer erhalten.

Aufgenommen wurden zudem neun Frauen und fünf Priester, unter ihnen der Xantener Weihbischof Wilfried Bernhard Theising und die Geistlichen Gregor Hendriks (St. Gregor, Aachen) und Helmut Finzel (St. Remigius, Viersen). Als Deutscher Großprior leitete Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, die Investitur, an der zudem Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff teilnahm.

„Der Ritterorden hat seine Wurzeln in der Zeit der Kreuzzüge“, erläutert Statthalter Dickmann. „Die Ziele und Aufgaben sind aber sehr gegenwärtig.“ Glaubensarbeit und die Förderung christlich-sozialer Einrichtungen in Israel, Palästina und Jordanien sind gleichermaßen wichtig. Allein die Deutsche Statthalterei konnte 2013 Spenden in Höhe von 1,6 Millionen Euro weitergeben. Zweimal im Jahr – im Frühjahr und Herbst – gibt es in Deutschland mit der Investitur die Neuaufnahme von Kandidaten und eine Art Bestandsaufnahme der eigenen Arbeit.

In Aachen traf man sich zuletzt im Jahr 2000. „Der 1200. Todestag Karls des Großen und das Datum der Heiligtumsfahrt machen dieses Treffen hier bei uns so besonders“, freute sich Komtur Mülders.

„In der ständigen Herausforderung zur Erneuerung laufen wir Gefahr, müde zu werden“, meinte Kardinal Reinhard Marx in seiner Predigt. „Von selbst geht da nichts.“ Man brauche das „Netzwerk des Glaubens und das Zeugnis der anderen“. Die Arbeit des Ritterordens müsse in diesem Sinne von Offenheit und Neugier geprägt sein.

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