Kerkrade - Industrion wird zum Mitmach-Museum Continium

Industrion wird zum Mitmach-Museum Continium

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
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Das Industrion wird zum Discovery Center. Foto: Christoph Hahn

Kerkrade. Ein gewöhnlicher Besuch im Museum: Reingehen, ein paar Ahs und Ohs und dann zufrieden weitergebildet wieder nach Hause. Das Continium, das neu gestaltete Industrion in Kerkrade, will dagegen etwas ganz anderes: „Die Besucher sollen mit mehr Fragen rausgehen als sie vorher hatten”, sagt Pressesprecher Peter Derks.

Die Frage, die sich bei einem Rundgang durch die erweiterten Räume derzeit allerdings am meisten aufdrängt, ist: Werden die wohl bis zur Eröffnung am 17. Juni fertig?

Die halbrunden Trennwände stehen gerade einmal, hier und da eine Maschine. Kisten mit der Aufschrift „Fragile” (zerbrechlich), Gerüste, leere Vitrinen. „Es sieht noch wüst aus, aber jetzt geht es schnell”, beruhigt Peter Derks.

Bis Mitte Juni soll aus dem eher rückwärts gewandten Industrion ein „Discovery-Zentrum” werden. Alte Exponate werden in ein neues Konzept eingebunden, das die Gegenwart und Zukunft aus der Vergangenheit heraus erklärt. Mehr Objekte aus dem Fundus werden auf mehr Ausstellungsfläche präsentiert und der Besucher stärker interaktiv eingebunden.

Zum Beispiel können zwei Besucher in der optimalen Nutzung von Sonnenenergie gegeneinander antreten: Strahlen aus einer riesigen Sonne an der Decke müssen mit Spiegeln auf Punkte geleitet werden, wodurch ein Akku aufgeladen wird. Der Erfolg wird in der Geschwindigkeit von kleinen Rennautos gemessen. Solarenergie ist ein Bestandteil des Themenkomplexes „Ich wäge ab”, in dem beispielsweise auch der Kreislauf des Wassers inklusive Kanalisation erklärt wird. Die vier anderen Themen der „Entdeckungs-Zone” lauten „Ich wohne und arbeite”, „Ich kreiere”, „Ich und mein Körper” und „Ich esse und trinke”.

Die Hitze Unter Tage

Für welche Station sich die Besucher entscheiden, ist ihnen überlassen. Nach einer Zeitreise in einer 360-Grad-Projektion werden sie sozusagen aus der Rotunde gespuckt und landen vor fünf Eingängen. Erst den menschlichen Körper erkunden oder lieber mit einem Bus durch Wohnviertel verschiedener Jahrhunderte fahren? Oder die Hitze eines engen Minenschachts spüren und sich von einem ehemaligen Bergmann von der Arbeit unter Tage und gestohlenen Butterbroten erzählen lassen? Sich mit einem Robotter in Geschicklichkeit messen?

Salatköpfe mit Stiel, würfelförmige Tomaten und Milch, die schlau macht, weisen auf die Möglichkeiten der Gentechnik hin. „Wir bewerten das aber nicht, die Besucher sollen sich selbst ein Urteil bilden”, sagt Derks. Wer Diskussionsbedarf hat, soll dem gegen Ende der Ausstellung nachgehen können. 60 Menschen fasst eine Art Theater, in dem Mitarbeiter zu wechselnden Themen Kurzvorträge halten und die Zuschauer nach ihrer Meinung gefragt werden.

Zwanzig Experimentierstationen sind in der neu errichteten Halle geplant. Sie sollen Kinder und Jugendliche zu Versuchen zu beispielsweise Luftdruck und Wasserkraft einladen. Für Kinder unter fünf Jahren gibt es eine eigene bunte Ecke, die alle Sinnesorgane ansprechen soll. Wer noch Zeit und Lust hat, kann im „Science Lab” (Wissenschaftslabor) basteln oder ins 3-D-Kino gehen.

Ganz billig ist das freilich nicht gewesen: Rund 2,5 Millionen Euro kostet der Umbau, die Provinz Limburg und Sponsoren haben sich finanziell beteiligt. Den erwachsenen Besucher kostet der Eintritt elf Euro, Kinder 8,50 Euro. Jeweils 2,50 Euro mehr als vor Beginn des Umbaus. Ob der Besucherrekord von 2008 mit 86.000 Besuchern mit dem neuen Konzept getoppt werden kann, wird sich zeigen.
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