Haldern - Indie-Musik vom Feinsten: 30 Jahre Haldern Pop Festival

Indie-Musik vom Feinsten: 30 Jahre Haldern Pop Festival

Von: Ralf Jacobs und Andreas Reuter
Letzte Aktualisierung:
haldern pop mainstage
Volles Haus: der Mainstagebereich des Haldern Pop Festivals. Foto: Reuter

Haldern. In 30 Jahren hat sich das Haldern Pop Festival zu dem Treffen für Musikbegeisterte weitab vom Mainstream entwickelt: ein bunt gemischtes, aber mit Sorgfalt zusammengestelltes Line-up. Mit rund 7000 Besuchern gehört es zu den beliebtesten Indie-Festivals im Lande.

Wo lässt sich ein solches Füllhorn voll feinster Musik solch unterschiedlicher Stilrichtungen erleben wie in dem idyllischen kleinen Ort am Niederrhein? Von klassisch anmutender Musik in der Dorfkirche über Balkan-Folklore im Spiegelzelt bis zu Indie-Pop Perlen auf der Mainstage reichte das Programm.

Am Donnerstag, dem ersten Festivaltag, begeisterten auf der Beergarden Stage die We Were Promised Jetpacks. Die vier jungen Männer aus Edinburg brachten mit ihrem ebenso geradlinigen wie wilden Gitarrenrock das Publikum zum Tanzen und Feiern. Mit der Amerikanerin Julia Hollter folgte im Spiegelzelt ein weiteres Highlight. Hollter zog mit ihrer experimentellen, wunderbar warmen, sphärischen sowie orchestralen Musik die Zuhörer in den Bann.

Einen weiteren Höhepunkt setzten die Suuns aus Kanada mit ihrem zweiten Gig auf der Beergarden Stage. Ihre musikalische Performance zeichnete sich durch den elektronischen, vertrackten, vielschichtigen psychedelischen Sound aus, der durch das interessant arrangierte Wechselspiel zwischen laut und leise eine rauschhafte Atmosphäre im Publikum entfachte. Die Stimmung passte perfekt zu diesem Sommerabend.

John Grant begeisterte beim letzten Konzert im Spiegelzelt des ersten Festivaltages mit einem magischen perfekten Sound. Im Anschluss beendete Gold Panda auf der Beergarden Stage in seinem Live-Set mit einem Minimal, Electro und chilligen Wave Sound den Abschluss des ersten Festivaltages.

Der Freitag brachte auch wieder den Soul nach Haldern. Im vergangenen Jahr hatte der US-Amerikaner Charles Bradley im Spiegelzelt das Publikum zum Kochen gebracht. Im Jubiläumsjahr des Festivals meisterte Lee Fields mit seiner Band The Expressions auf der Mainstage diese Aufgabe.

Ein weiterer Festivalhöhepunkt war der Auftritt von Glen Hansard. Der Sänger der Frames, bekannt auch als Schauspieler aus dem Film „Once“, wusste mit seiner fabelhaften Band samt Bläsersektion zu überzeugen und erinnerte an den jungen Van Morrisson.

Am dritten Festivaltag beeindruckte das ukrainische Quartett DakhaBrakha im Spiegelzelt mit ihren klaren Stimmen, kombiniert mit hypnotischen Rhythmen sowie arabischen Einflüssen und ukrainischer Folkmusik.


Den Abschluss des Haldern Pop bildeten Käptn Peng und die Tentakel von Delphi mit ihrem Funk-Hip Hop und intelligenten deutschen Reimen, bevor Brand-Brauer-Frick mit einem energiegeladenen DJ-Set samt Live-Schlagzeug das Publikum im Spiegelzelt noch einmal zum Durchdrehen brachten.

Das Haldern Pop ist kein Festival für Menschen, die die Hits ihrer Lieblingsbands aus dem Radio abfeiern. Das Publikum kommt nach Haldern, um Neues zu entdecken, sich überraschen zu lassen und etwas dazuzulernen.


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