Immer weniger Agrarland in NRW - mehr Wald und Wasser

Von: Frank Christiansen, dpa
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Düsseldorf. Weniger Viehweiden und Felder - mehr Parks, Wälder, Seen und Siedlungen: Nordrhein-Westfalen hat sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert.

Die Agrarflächen schrumpften um 3,6 Prozent oder 633 Quadratkilometer. Das entspricht der Fläche der drei Städte Köln, Bonn und Leverkusen zusammen genommen, hat das Statistische Landesamt errechnet. Mit 16.740 Quadratkilometern nehmen die Agrarflächen noch knapp die Hälfte (49,1 Prozent) der Landesfläche ein, so die Statistiker am Dienstag in Düsseldorf.

Vom Rückzug der Bauern profitiert der Wald: Die Waldfläche konnte um 3,5 Prozent auf 25,6 Prozent Gesamtanteil zulegen. Noch stärker wurden Erholungsflächen wie Parks, Golf- und Campingplätze ausgewiesen: Ein Plus von 35,5 Prozent bei einem Anteil von allerdings nur 1,9 Prozent an der Gesamtfläche. Auch die Wasserflächen nahmen zu: um 6,5 Prozent auf einen Anteil von nun zwei Prozent.

Trotz inzwischen sinkender Bevölkerungszahl stoppte die Besiedelung des Landes nicht. Gebäude- und Freiflächen wuchsen um 4,4 Prozent auf 12,8 Prozent Gesamtanteil. Betriebsflächen nahmen um 2,4 Prozent zu. Der Verkehr - vor allem der Straßenverkehr - verschlang knapp sechs Prozent mehr Fläche und kommt auf einen Flächenverbrauch von sieben Prozent.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) zeigte sich von den Zahlen alarmiert: Pro Tag würden mehr als elf Hektar Landesfläche bebaut. Der Flächenverbrauch sei zu hoch. Er habe sich in Nordrhein-Westfalen nach 9,2 Hektar im Jahr 2009 wieder auf 11,5 Hektar pro Tag im Jahr 2010 erhöht.

Remmel beklagte auch den Rückgang von Acker- und Weideflächen: „Diesen Verlust können wir uns angesichts des wachsenden Bedarfs an regionalen Lebensmitteln und des zunehmenden Energiebedarfs aus nachwachsenden Rohstoffen nicht mehr leisten.” Langfristig sollte ein Netto-Null-Flächenverbrauch erreicht werden. Alte industrielle Brachflächen sollten dazu wieder genutzt werden.

Die am stärksten ländlich geprägte Gemeinde in NRW ist den Statistikern zufolge Titz (Kreis Düren) mit 84,9 Prozent Agrarfläche. Am stärksten bewaldet ist Kirchhundem (Kreis Olpe) mit 75 Prozent Waldfläche. Bei der Wasserfläche liegt das niederrheinische Rees mit 12,4 Prozent vorn. Herne hat dagegen die meiste Gebäudefläche (44 Prozent) und Verkehrsfläche (19 Prozent). Bei der Erholungsfläche Essen mit 11 Prozent und bei der Betriebsfläche die Niederzier (Kreis Düren) im rheinischen Braunkohlerevier mit 37,1 Prozent vorn.
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