Maastricht - Immer weiter, bis der Weltrekord gebrochen ist

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Immer weiter, bis der Weltrekord gebrochen ist

Von: Günter H. Jekubzik
Letzte Aktualisierung:
Ach was muss man oft von bösen
Fahrunterricht beim schnellsten Radfahrer der Welt: Fred Rompelberg mit seinem Enkel - und ein alter Zeitungsbericht über seinen Rekord.

Maastricht. Wenn man mit 240 Kilometern in der Stunde über die Autobahn fährt und von einem Rennrad überholt wird, kann es sich eigentlich nur um Fred Rompelberg aus Maastricht handeln.

Der Radprofi ist zwar nicht täglich mit Höchstgeschwindigkeiten unterwegs, aber sein Welt- und Guinnessbuch-Rekord, mit 268,831 Stundenkilometern über eine Meile auf dem Salzsee im amerikanischen Bonneville, bleibt legendär. Seit Samstag ist Fred Rompelberg 65 und sitzt schon wieder auf den Koffern für eine weitere Radsport-Reisesaison auf Mallorca.

„Fred 268” steht auf den Hintern seiner Team-Radhosen, mit „Fred Rompelberg 268” unterschreibt er seine E-Mails. Der 3. Oktober 1995 war der große Moment im Leben Rompelbergs. Doch bevor es zum sagenhaften Rekord kam, musste er viele Hindernisse überwinden. Rompelberg ist seit 1971 Radprofi. Legte sein Vater das Rad vorher schon mal in Ketten, nahm sich Fred Rompelberg Zeit zum Training, nachdem er den Milchhandel übernommen hatte. Noch immer wohnt er in dem Haus, das früher das Familiengeschäft war.

Sein Rekordfahrrad von Bonneville steht jetzt im Radmuseum von Sittard, es hat ein gewaltiges Zahnrad. Dieses Zahnrad taugt ganz gut als Versinnbildlichung von Rompelbergs Ehrgeiz, der ihn bis zu diesem Rekord von 1995 getrieben hat. Zehn Weltrekorde sammelte er auf Radrennbahnen. Jahrelang verhandelte er mit den Sowjets, dann durfte er als erster Profi auf die damals sensationell schnelle Olympia-Bahn Moskaus. Mit durchschnittlich 86,449 km/h brauchte er dort für 100 Kilometer 1:14 Stunden. Bis heute Weltrekord.

Rompelberg fuhr solche Geschwindigkeiten im Windschatten, den ihm Motorräder gaben, die vor ihm fuhren. Doch die Technik wurde auch fast sein Verhängnis: 1988, beim ersten Weltrekordversuch in Bonneville, stürzte er bei Tempo 209 - und versuchte es eine Woche später noch mal. Dann versagte bei 232 das Spezialauto, das ihm Windschatten geben sollte, und hob ab. Rompelberg brach sich 24 Knochen. Aber der Ehrgeiz trieb Rompelberg wieder aufs Rad. 1995 holte er sich den Rekord.

Die Verbesserung des Rekords reizte Rompelberg noch lange - obwohl der Familienmensch seiner Frau und den beiden Töchtern irgendwann versprochen hatte, es bleibenzulassen. Immerhin lag für eine neue Bestmarke das Zwei-Millionen-Angebot eines Sponsors auf dem Tisch. Auch Ehefrau Tiny und die beiden Töchter fanden, dass das zu viel Geld war, als dass man es ablehnen könnte. Die drei Frauen gehören bis heute zu Rompelbergs Team, das unter anderem Touren für Hobbyradfahrer auf Mallorca organisiert. Jedes Frühjahr fahren die Rompelbergs mit tausenden Menschen über die Insel.

Eine gute Gelegenheit

Rompelberg hat gerne Weltmeister, Olympiasieger und sonstige Radsport-Legenden um sich, Eddy Merckx zum Beispiel. Das Sechstage-Rennen von Maastricht ist zu diesem Zweck eine ganz gute Gelegenheit. Die Wiederbelebung des früheren Sechstage-Klassikers, die Rompelberg für 2011 plant, ist ein ziemlich ehrgeiziges Projekt. Wenn es das nicht wäre, wäre es für jemanden wie Fred Rompelberg wohl uninteressant.

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