Aachen/Düren/Heinsberg - Immer mehr Diebstähle in NRW-Krankenhäusern

Immer mehr Diebstähle in NRW-Krankenhäusern

Von: Katharina Menne
Letzte Aktualisierung:
Bett Krankenhaus Krankenbett Patient Symbol Foto: Colourbox
Schlafende Patienten oder leere Zimmer: Diebe ergreifen in Krankenhäusern günstige Gelegenheiten. Symbolfoto: Colourbox

Aachen/Düren/Heinsberg. Immer wieder nutzen Diebe das Vertrauen und die Hilflosigkeit von Menschen in Krankenhäusern aus. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes (LKA) stieg die Zahl der Delikte seit 2011 von 4715 auf 6651 im Jahr 2015. Das entspricht einer Zunahme von mehr als 40 Prozent.

In der Stadt Aachen wurden im ersten Halbjahr des laufenden Jahres bereits mehr als 100 Fälle gemeldet – „ein deutlicher Anstieg“, wie Polizeisprecher Paul Kemen am Montag sagte.

Gestohlen werden vor allem Geldbörsen, Eheringe, Schmuck und elektronische Kleingeräte, wie Handys oder Tablets. „Die Diebe schlagen in unbeobachteten Momenten zu“, sagte Kemen. Meistens dann, wenn die Patienten das Zimmer für eine Untersuchung oder eine Operation verlassen und die Wertgegenstände unbeaufsichtigt zurückbleiben. Es handle sich dabei oft gar nicht um organisierte Kriminalität, sondern einfach um eine günstige Gelegenheit. „Wir raten deshalb dazu, nur die nötigsten Wertgegenstände mit ins Krankenhaus zu nehmen“, sagte Kemen auf Anfrage unserer Zeitung.

Anders als in der Stadt Aachen liegt die Zahl der gemeldeten Fälle in der Städteregion mit nur 16 Delikten im ersten Halbjahr 2017 deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Eine Erklärung für diese gegenläufige Entwicklung hat Paul Kemen nicht. Auch im Kreis Heinsberg liegt die Zahl der Fälle im unteren zweistelligen Bereich – allerdings mit leicht steigender Tendenz.

Geringe Aufklärungsquote

Viele Krankenhäuser reagieren mit abschließbaren Safes oder Schränken auf die Situation oder installieren Kameras. Im Uniklinikum Aachen patroulliert sogar ein Sicherheitsdienst. Dennoch ist es oftmals ein Leichtes, sich Zutritt zu Krankenzimmern zu verschaffen. Besucher können sich weitestgehend frei bewegen, Kontrollen am Eingang finden nicht statt. Für Pflegekräfte, Ärzte und anderes Personal ist es bei der unübersichtlichen Anzahl von Patienten und Besuchern kaum möglich, Fremde beim Diebstahl zu ertappen. Daher ist die Aufklärungsquote dieser Fälle gering.

Auch komme eine hohe Dunkelziffer hinzu, sagte ein Sprecher des LKA. Manche Menschen bemerkten erst spät oder gar nicht, dass ihnen etwas fehle. Manche schämten sich auch, dass ihnen etwas abhanden gekommen ist und erstatteten deshalb keine Anzeige.

Die Diebe haben es aber nicht nur auf die Wertgegenstände von Patienten abgesehen. In der Aachener Uniklinik sind vor zwei Monaten mehrere endoskopische Geräte abhandengekommen. Jedes einzelne hat einen Wert im fünfstelligen Bereich. „Ein Laie kann damit nichts anfangen“, sagte Klinikumssprecher Mathias Brandstädter. Man könne mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um Auftragsdelikte handelt.

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