Im Zeichen von Licht und Laserstrahl: Cluster Photonik eröffnet

Von: Sonja Essers
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Schlüssel für Aachen und die RWTH: Jens Kreiterling und Norbert Hermanns von der Landmarken AG, Professor Reinhart Poprawe, Leiter des Clusters Photonik und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT und RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg (von links) freuen sich über die Eröffnung des zukunftsträchtigen Gebäudes. Foto: Andreas Steindl
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Cluster-Architektur: Forschung, Unternehmen und Hochschulinstitute werden hier künftig zusammenarbeiten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Pünktlich um sieben Uhr rückten am Freitagmorgen die Umzugswagen am Campus-Boulevard an. Ihr Ziel war das Gebäude mit der Hausnummer 79: Dort ist das neue Cluster Photonik beheimatet. 125 Wissenschaftler ziehen in diesen Tagen in den Glasbau ein.

Das 11,5 Millionen Euro teure Gebäude ist nach rund eineinhalb Jahren fertig, die Eröffnung fand am Donnerstag Abend im Rahmen des Internationalen Laser Technology Congress des Fraunhofer-Instituts vor rund 600 Gästen statt.

Ab sofort werden die 7000 Quadratmeter, von denen 90 Prozent bereits vermietet sind, ganz im Sinne der Forschung und der Vernetzung genutzt. Letzteres wird auch durch die besondere Architektur des Gebäudes deutlich.

In der Mitte befindet sich ein Lichthof, in so genannten Scrum-Areas (deutsch: „Gedränge“) kommen Teams aus den verschiedenen Bereichen zusammen. Hochschulinstitute, Forschungseinrichtungen und Unternehmen arbeiten dort Seite an Seite. „Dieses Gebäude gibt uns den Platz, um die Zukunft zu erforschen“, sagte Professor Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen University.

Entworfen hat das Gebäude das New Yorker Architekturbüro Kohn Pedersen Fox Associates (KPF). Alle bisherigen Gebäude des Büros können sich mehr als sehen lassen. Schließlich waren die Architekten unter anderem für das höchste Gebäude Chinas, das 101-stöckige World Financial Center in Shanghai, verantwortlich.

Dass der gläserne Bau nicht nur ein Meilenstein für die Architektur sondern auch für die RWTH und die Stadt Aachen ist, machte Stadtdirektorin und Kämmerin Annekathrin Grehling deutlich. „Das Cluster wird zu einer starken Stadt, einer starken RWTH und einer starken Region Aachen führen.“

Beeindruckt zeigte sich Grehling von den Investitionssummen. Finanziert wurde der Bau von privaten Investoren: der Aachener Projektgesellschaft ante4C und der Landmarken AG aus Aachen. Stolze zwei Milliarden Euro umfasst das Gesamtvolumen des Projekts, bis zu 10 000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Der zweite, noch nicht fertiggestellte, Bauabschnitt, der das Center Digital Photonic Production umfassen wird, befindet sich im Bau. Bund und Land fördern das Projekt mit 56 Millionen Euro

Vertrauen in die Idee

Summen dieser Größenordnung verlangen vor allem eins: Vertrauen. Das war für Grehling klar: „Die Zahlen machen deutlich, dass man Vertrauen darin hat, dass die Idee trägt, dass hier der richtige Platz ist, dass Unternehmen profitieren werden.“

Namhafte Unternehmen konnten bereits mit ins Boot geholt werden. Darunter auch die Firma Siemens, die am Aachener Campus Lasertechnik und 3-D-Druck nutzen will, um Turbinenschaufeln für Gasturbinen zu entwickeln.

Auch Ulrich Steger, der das NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung vertrat, gab sich überzeugt, dass das Konzept Früchte tragen werde. „Mit diesem Gebäude wird der Technologietransfer auf noch größere Füße gestellt. Für ganz NRW und auch darüber hinaus wird es eine wichtige Rolle spielen“, sagte er und lobte den Einsatz von Professor Reinhart Poprawe, Leiter des Clusters Photonik und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT.

Dieser ging jedoch nicht nur auf die positiven Aspekte der neuen Heimat des Instituts ein. Nachdem er sich zunächst etwas energischer gegen den immer größer werdenden Lautstärkepegel durchgesetzt hatte, sagte er: „Wir müssen jetzt nur noch erklären, was hier passiert.“ Im kommenden Jahr wolle man vor allem daran arbeiten, dass Bürger aus der Region den Komplex einmal genauer unter die Lupe nehmen können.

Diese Meinung teilte Norbert Hermanns, Vorstandsvorsitzender der Landmarken AG. „Das Campus-Gebiet hatte es in den ersten eineinhalb Jahren sehr schwer, bei der Bevölkerung anzukommen“, das habe sich mittlerweile geändert. Fest machte er dies auch am Anstieg der Studentenzahl in der Kaiserstadt: „Die Absolventen haben hier eine Zukunft, das verdeutlicht dieses Projekt.“

Highlight des Abends war die offizielle Übergabe des Schlüssels, die Professor Bernd Mathieu, Chefredakteur dieser Zeitung und Moderator der Veranstaltung, ankündigte. Norbert Hermanns und Jens Kreiterling (Landmarken AG) überreichten das kunstvolle Exemplar, das eigens im Fraunhofer-Institut gefertigt worden war, an Schmachtenberg und Poprawe.

Zum Schluss gab es noch eine gute Nachricht: Ab dem 1. August wird das Cluster um einen Professor reicher sein. Johannes Henrich Schleifenbaum wird dann den Lehrstuhl 3-D-Druck übernehmen. „Ich danke Ihnen, dass Sie mir so einen schönen Palast hingesetzt haben“, sagte er und freut sich auf Aachen.

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