Eschweiler - Im Lkw-Führerhaus macht sich Erleichterung breit

Im Lkw-Führerhaus macht sich Erleichterung breit

Von: Berthold Strauch
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autobahn symbol
Um die Probleme und Sorgen von Berufskraftfahrern dreht es sich beim Fernfahrerstammtisch. Seit dem Jahr 2000 bietet die Kölner Autobahnpolizei das Treffen regelmäßig an.

Eschweiler. Die Erleichterung war spürbar. Und sie entlud sich in einem spontanen, herzlichen Applaus, als der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers bei der 150. Auflage des „Fernfahrer-Stammtischs“ in der Rastanlage Aachener Land an der A4 vor mehr als 50 Truckern und Speditionsmitarbeitern vom jüngsten spektakulären Ermittlungserfolg berichtete.

Nach langjähriger, akribischer Suche nach dem Unbekannten, der mehr als 760-mal Lastwagen während der Fahrt beschossen hatte, klickten endlich die Handschellen bei einem 57-Jährigen aus Kall in der Eifel, der für eine Spedition in Monschau-Kalterherberg gefahren war.

„Wir sind froh, dass es zu Ende ist“, sagte der Chef der Kölner Polizei, die auch für die Autobahnen rund um die Domstadt und bis zur belgischen und niederländischen Grenze verantwortlich ist. Und natürlich wisse er auch, dass diese Taten bei den Lastwagenfahrern „sorgenvoll diskutiert“ worden seien.

„Ich hoffe, dass es keine Nachahmer gibt. Im Moment ist Ruhe“, freute sich Albers – und konnte ein beachtliches Stück dieses Fahndungserfolges für sich und seine Kollegen auf den Straßen verbuchen. Denn, so Albers, die Kölner Polizei habe die Fahndung gegen den Unbekannten für den Bereich NRW geführt. Auf diese Weise sei ein „ganz erheblicher Beitrag geleistet worden, den perfiden Täter zu ermitteln“, sagte der Polizeipräsident nicht ohne Stolz.

Albers bekundete vor den Fernfahrern, dass er „hohen Respekt vor ihrer Arbeit“ habe, die sie täglich leisteten. Die ganze Woche hindurch sei der Lastwagen ihr „Lebensumfeld, Wohnzimmer und Aufenthaltsraum“. Bis zum Jahre 2020, machte er deutlich, solle der Lkw-Verkehr um 34 Prozent steigen, der Anteil der Personenwagen lediglich um 20 Prozent. Die Lastwagen seien „die Achillesferse des Wirtschaftslebens“, bekundete Albers. Er habe allerdings „wenig Respekt vor Leuten, die Lebensmittel im Internet bestellen und sich dann über den Lkw-Verkehr beschweren“.

Seit 6. Juni 2000 bietet die Kölner Autobahnpolizei ihren Stammtisch für Fernfahrer an. Dieser sei mittlerweile zu einer anerkannten Institution geworden. Die „Erfindung“ der Beamten aus der Domstadt sei in ganz Deutschland nachgeahmt worden, gleichfalls im Ausland, schwärmte Albers von der „Polizei zum Anfassen“. Es sei wichtig, dass man „auf Augenhöhe miteinander redet“, bekräftigte der Polizeichef – im Bemühen, „die Straßen sicherer zu machen“.

In dem Zusammenhang verwies Albers auf die Zusatzbelastung, die die „teilweise marode Infrastruktur“ seinen Beamten abverlange – wenn, wie in der jüngeren Vergangenheit, plötzlich Brücken für den Schwerlastverkehr gesperrt werden müssten, weil sie den Belastungen nicht mehr standhielten. All diese Probleme „kulminieren auf dem Kölner Autobahnring“. Und jede Autobahnsperrung „führt zu Problemen in den Städten“, wo es häufig Abbiegeunfälle unter Beteiligung von Lastwagen gebe, weil etwa Radfahrer im „toten Winkel“ nicht erkannt würden.

Baustellen seien ein ständiger Begleiter wegen der hohen Belastungen, denen die Straßen ausgesetzt seien. Daran müsse wohl immer gearbeitet werden. „Das ist wie beim Kölner Dom“, sagt der Polizeipräsident. „Wenn der fertig ist, geht die Welt unter.“

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