Bergheim - Im Greenpeace-Ballon gegen Kohlekraftwerk protestiert

Im Greenpeace-Ballon gegen Kohlekraftwerk protestiert

Von: heck/dpa
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Mit Heißluft gegen Feinstaub: Im Ballon protestierten Greenpeace-Aktivisten am Dienstag gegen ein neues Kohlekraftwerk in Niederaußem. Foto: dpa

Bergheim. Mit einem Ballonflug vor dem Kohlekraftwerk Niederaußem bei Bergheim haben Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace am Dienstag gegen den Bau eines neuen Kraftwerks protestiert.

Wie der Kölner Stadtanzeiger auf seiner Webseite berichtet, starteten die Ballonfahrer am Morgen in der Nähe des Kraftwerks. Ein am Ballon angehängtes Banner mit der Aufschrift „Energiewende für's Revier – Stoppt BoAplus!“ verdeutlichte die Forderungen der Aktivisten. Wegen ungünstiger Winde war die Ballonfahrt schon nach rund einer halben Stunde zu Ende.

Mit der Aktion appelliere Greenpeace an den Regionalrat des Regierungsbezirks Köln, den Neubau des geplanten „Braunkohlekraftwerks mit optimierter Anlagentechnik“ (BoA) zu verhindern, sagte Alexander Oslislo von der Umweltschutzorganisation.

Ein Sprecher der RWE Power AG wies die Kritik am Kraftwerksbau zurück. Der Neubau solle deutlich weniger Kohle verbrennen und einen „bislang unerreichten Wirkungsgrad von gut 45 Prozent“ besitzen. Außerdem würden zur Inbetriebname des 1100-Megawatt-Blocks vier 300-Megawatt-Blöcke stillgelegt. An diesem Freitag steht in der Sitzung des Regionalrats die Änderung des Regionalplans zur Debatte, die nächste Verwaltungs-Hürde auf dem Weg zum Bau des Kraftwerks.

Nach einer Studie von Greenpeace sind das Braunkohlekraftwerk in Niederaußem und eine Anlage im brandenburgischen Peitz die bundesweit umweltschädlichsten Kohlekraftwerke. Niederaußem und Jänschwalde stießen die größte Menge an giftigem Feinstaub aus, wie die Universität Stuttgart in der von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie herausfand. Weitere NRW-Kraftwerke der Top Ten stehen in Eschweiler, Grevenbroich und Gelsenkirchen.

Die gesundheitsschädlichen Schadstoffe aus den Schloten der untersuchten 67 leistungsstärksten Kohlekraftwerke führten den Forschern zufolge in Deutschland zu mehr Krankheiten und statistisch gesehen zu einer kürzeren Lebensdauer. 30 bis 40 Prozent der giftigen Emissionen würden mit Winden aus Nachbarländern nach Deutschland geweht, sagte Mitautor Rainer Friedrich von der Uni Stuttgart.

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