Illegale Straßenrennen: Polizei wendet sich mit Brief an Raser

Von: cheb
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Mit lebensgefährlichen Manövern rasen die Fahrer bei den Straßenrennen durch die Zentren von Großstädten. Symbolbild: Colourbox

Köln. Die Kölner Polizei versucht, illegale Autorennen mit persönlicher Ansprache zu verhindern. 160 Männer, die der Polizei im Zusammenhang mit Tuning oder zu schnellem Fahren aufgefallen sind, haben kürzlich einen Warnbrief erhalten. Er macht auf ein Urteil des Berliner Landgerichts über lebenslange Haft für zwei junge Männer aufmerksam, deren illegales Autorennen einen Mann das Leben kostete.

Wie die Tageszeitung Kölner Stadt-Anzeiger (KStA) berichtet, wurden die zumeist jungen Fahrer ausführlich über das Raser-Urteil des Berliner Landgerichts vom Februar informiert. Zwei junge Fahrer wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Ein Rennen zwischen ihnen endete mit dem Tod eines unbeteiligten 69-Jährigen.

Hinter dem Brief steckt Ernst Klein von der Direktion Verkehr der Kölner Polizei. Er will die Fahrer für die Gefahren der Straßenrennen sensibilisieren. „Wir wollen den Adressaten klar machen, was ihnen drohen kann und dass wir sie im Blick haben“, sagte er gegenüber der Tageszeitung.

„Die Briefe sollen warnen, aber auch zeigen: Wir haben euch im Blick”, erklärte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Dabei kann das Informationsschreiben auch einen juristischen Nebeneffekt haben. „Sollte einer der Angeschriebenen erneut auffällig werden, wird es für ihn schwer, Fahrlässigkeit nachzuweisen.” Das bedeute für den Raser höhere Strafen. Ob die Briefaktion wiederholt wird, steht noch nicht fest.

Die Stadt Köln kämpft besonders auf den Hauptstraßen im Innenstadtbereich mit den Rasern. Die Polizei hat daher das „Projekt Rennen“ gegründet, das besonders präventiv vorgehen soll. Klein hofft, dass die beteiligten Beamten in Zukunft in einem festen „Einsatztrupp Verkehr“ eingesetzt werden, wie er im Bericht des KStA angab.

„Halten Sie sich an die Regeln im Straßenverkehr, insbesondere an Geschwindigkeitsbegrenzungen, und bewahren Sie sich und andere Menschen vor schrecklichen Folgen“, heißt es im Schlusssatz des Briefes, der der Redaktion des Stadt-Anzeigers vorliegt. Ob der Appell Erfolg hat, steht noch in den Sternen. Bereits früher gab es auch schon Versuche der Polizei in diese Richtung. „Wir wollten mit 40 Männern Gefährderansprachen machen, nur ein einziger hat zugestimmt“, berichtet Rainer Fuchs - Leiter des „Projekt Rennen“ - aus seinen Erfahrungen.

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