Illegale Geschäfte mit Ford-Re-Importen

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Düren. Mit einer Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer zusätzlichen Auflage von 250 Sozialstunden ist der Aachener Geschäftsmann Arno L. (66) aus dem Betrugsverfahren rund um die Ford-Autohäuser in Krefeld, Düren und Aachen herausgekommen.

L. verzichtet auf jegliche weitere Rechtsmittel, das Urteil entsprach weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

L. wurde wegen Veruntreuung in 21 Fällen von 2,25 Millionen Euro und Insolvenzverschleppung im Jahr 2006 verurteilt. Sein Mitgeschäftsführer Carl M. (55) aus Krefeld wollte einen Freispruch, muss sich jedoch wegen fahrlässiger Insolvenzverschleppung mit einer Strafe von 160 Tagessätzen von je 40 Euro anfreunden.

Vor der 1. Großen Wirtschaftskammer am Aachener Landgericht machte der Vorsitzende Richter Harald Brandt in der Urteilsbegründung klar, dass es sich nicht, wie anfangs vermutet, bei den Veruntreuungen um persönliche Bereicherung handelte, sondern um die Rettung des Unternehmens ging.

Ab den Jahren 2003 und 2004 sei das Autogeschäft schlechter gelaufen, sagte der Richter: „Da rissen wahrscheinlich die Löcher auf, die dann wieder gestopft werden sollten.” Auch die Ehefrau von Arno L. habe außer legalen Provisionszahlungen nichts in die eigene Tasche gesteckt, entkräftete Brandt entsprechende Vermutungen. Doch irgendwann sei erfahrungsgemäß „Schluss mit dem Löcherstopfen” in Unternehmen, ab März 2006 sei das Unternehmen überschuldet gewesen.

Illegales Geld machten die Autohäuser durch den Verkauf sogenannter Re-Importe von 71 Kleinlastwagen und Pkw nach Großbritannien. Die Fahrzeuge gingen ohne Fahrzeugbrief zurück nach England, die Erträge wurden an der Ford-Leasingbank vorbeigeschleust.

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