Hupfauer: „Ich bin erledigt, ich habe mich selber ruiniert“

Von: Bernd Mathieu
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Georg Hupfauer: „Ich habe nicht nach Kinderpornografie im Internet gesucht.“ Foto: dpa

Aachen. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) mit Sitz in Köln ist regelrecht erschüttert. „Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit hat der engste Führungskreis aus der Presse von den Vorwürfen erfahren.“ Dass gegen ihren Bundesvorsitzenden Georg Hupfauer (59) seit einem Jahr wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie ermittelt wird, war der KAB-Führung bis Mittwoch völlig unbekannt.

„Den angebotenen Rücktritt von Georg Hupfauer haben wir umgehend angenommen und respektieren die persönliche Entscheidung“, erklärte in Köln Regina-Dolores Stieler-Hinz, seit drei Monaten Bundesvorsitzende der KAB. „Wir müssen uns nun darauf konzentrieren, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen, um Schaden von der KAB abzuwenden.“

„Ich bin natürlich erledigt, ich habe mich selber ruiniert“, sagte Georg Hupfauer am Donnerstag in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Ob das Surfen auf pornografischen Internet-Seiten und in einschlägigen Chatrooms, das er offen zugibt, am Ende des Ermittlungsverfahrens zu einer Anklage führt, bleibt offen.

Nach Angaben der Aachener Polizei wurden Computer und weitere Medienträger im Juni 2013 in Hupfauers Haus in Alsdorf beschlagnahmt. Bis Ende Januar wurde das Material gesichert und lesbar gemacht, so die Auskunft der Behörde. Zurzeit wird es ausgewertet. Es handele sich um eine „normale Verfahrensdauer“, wegen des großen Medieninteresses soll die Auswertung nun aber schneller erfolgen, sagte Polizeipräsident Klaus Oelze auf Anfrage. Der Staatsanwaltschaft Aachen wurden erste Zwischenergebnisse übermittelt.

Deren Sprecher Jost Schützeberg wollte am Donnerstag keine Prognose zum Abschluss des Verfahrens geben. Für Hupfauer scheint das fast irrelevant zu sein: „Zu welchem Ergebnis die Ermittlungen kommen, spielt jetzt kaum noch eine Rolle. Mit dem öffentlichen Bekanntwerden der Vorwürfe ist das Leben des Georg Hupfauer, wie es bisher war, zu Ende. Ich habe viele Menschen enttäuscht, und was ich getan habe, habe ich getan.“

Wobei er erneut betont, dass er nicht vorsätzlich kinderpornografische Inhalte heruntergeladen habe. „Ich habe querbeet Seiten mit pornografischem Inhalt aufgerufen, aber nicht nach Kinderpornografie gesucht.“ Dass er auch auf solche Seiten gestoßen sei, schließt er nicht aus. Die Vorgänge lägen zehn, elf Jahre zurück. Erst durch seine Teilnahme an Sex-Chatrooms sei man auf ihn aufmerksam geworden, und es sei zur Strafanzeige mit anschließendem Ermittlungsverfahren gekommen. „Für mich war die Sache mit den Pornobildern seit Jahren erledigt, aber die Spuren bleiben eben und holen einen ein.“ Die KAB habe er nicht sofort informiert, um „nicht andere zu belasten“. Er habe mit diesem Druck „erst mal alleine klarkommen“ wollen und auf ein schnelles Ermittlungsergebnis gehofft, das ihn möglicherweise rechtlich entlaste.

Hupfauer hat inzwischen auch seine Mitgliedschaft im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken niedergelegt. Der Bundespräses der KAB, Johannes Stein, hofft unterdessen, dass „unsere 120 000 Mitglieder unterscheiden werden – zwischen den Ermittlungen gegen eine Privatperson und dem sozialpolitischen Auftrag der KAB.“

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