Köln/Düsseldorf/Mainz - Hunderttausende feiern bei Rosenmontagszügen in NRW

Hunderttausende feiern bei Rosenmontagszügen in NRW

Von: dpa
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Rosenmontag am Rhein - Düsseldorf
Mottowagen mit der Figur von Theresa May im Düsseldorfer Karneval. Foto: Marcel Kusch
Rosenmontag am Rhein - Düsseldorf
Bundeskanzlerin Angela Merkel als „Schwarze Witwe” beim Rosenmontagszug in Düsseldorf. Foto: Ina Fassbender
Rosenmontag am Rhein - Düsseldorf
Immer ein beliebtes Motiv: US-Präsident Trump auf einem Mottowagen in Düsseldorf. Foto: Federico Gambarini
Rosenmontag am Rhein - Düsseldorf
Zwei geschminkte Karnevalisten in Düsseldorf. Foto: Ina Fassbender
Rosenmontag am Rhein - Köln
Mutter und Tochter beim Rosenmontagszug in Köln. Foto: Rolf Vennenbernd

Köln/Düsseldorf/Mainz. Hunderttausende dick eingemummelte Narren haben in den rheinischen Karnevalshochburgen die Rosenmontagszüge bejubelt. In Köln wurde der Zug jedoch von einem Unglück überschattet: Dort ging eine Pferdekutsche durch. Der Kutschführer, drei weitere Personen aus der Kutsche und eine Zuschauerin wurden nach Polizeiangaben „leicht bis mittelschwer” verletzt.

Alle fünf wurden ins Krankenhaus gebracht. Die beiden Pferde blieben nach Angaben der Stadt unverletzt. Die Polizei prüfte, ob ein Flaschenwurf die Tiere in Panik versetzt haben könnte. Bereits im vergangenen Jahr war in Köln ein Pferd kollabiert.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach sich unmittelbar nach dem Unglück gegen ein Verbot von Pferden aus. „Ein Zug ohne Pferde ist Mist”, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger”. Der Deutsche Tierschutzbund bezeichnete Reuls Reaktion als „fahrlässig”. Er setze damit Mensch und Tier einem unnötigen Risiko aus. „Für die Pferde ist es purer Stress”, sagte Marius Tünte, Sprecher des Tierschutzbundes. „Die Verantwortlichen im Karneval wären gut beraten, jetzt umzudenken und ein Pferdeverbot auszusprechen.”

Auf den großen Persiflagewagen wurde wie jedes Jahr die Politik aufs Korn genommen. Eine beliebte Zielscheibe des Spotts war Donald Trump - in Köln fuhr eine Pappmaché-Ausgabe des US-Präsidenten als Dampfwalze mit, in Düsseldorf lastete die Russland-Affäre in Gestalt eines dicken Bären auf ihm.

Die traurigste Figur gab der Noch-SPD-Vorsitzende Martin Schulz ab: Er wurde in Düsseldorf durch den Fleischwolf gedreht. Seine anvisierte Nachfolgerin Andrea Nahles gab derweil die Parole aus: „Genossen, das ENDE ist NAHles!” FDP-Chef Christian Lindner nahm als Hasenfuß Reißaus vor der Regierungsverantwortung.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) thronte in Düsseldorf als Schwarze Witwe über den Schädeln lang verblichener Polit-Größen. Andere schwankende Pappkameraden waren die britische Premierministerin Theresa May und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Nicht von Pappe waren dagegen die Toten Hosen, die leibhaftig in Düsseldorf mitfuhren. Die Düsseldorfer feierten nach der Devise „Jeck erst recht”.

Das Wetter hielt sich besser als erwartet: Immer wieder kam die Sonne durch. Am Nachmittag gab es in Köln allerdings auch einen heftigen Schneeschauer.

Abgesehen von dem Unglück mit der Pferdekutsche zog die Polizei am Nachmittag zunächst eine positive Bilanz des karnevalistischen Treibens. Man sei „sehr zufrieden”, sagte ein Kölner Polizeisprecher. Die Düsseldorfer Polizei meldete „keine besonderen Vorkommnisse”.

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